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subtotale Kolektomie bei Megakolon - Erfahrungsbericht

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Alt 20.08.2017, 21:40   #1
b32
Standard subtotale Kolektomie bei Megakolon - Erfahrungsbericht

Hallo Forum,
da ich bei meiner Internetrecherche sehr wenig Erfahrungsberichte zur subtotalen Kolektomie bei Megakolon gefunden habe hier mein eigener - noch vorsichtig positiver Erfahrungsbericht.
Unseren mittlerweile 10jähriger Kater und seine Schwester haben wir als 2 Tage alte Kitten im Blumenbeet gefunden. Die Mutter (Nachbarskatze) hat die beiden liegen lassen, das hat sie übrigens laut Aussage vom Nachbarn bei jedem Wurf gemacht. Wild und unkastriert...wir haben sie, nachdem wir die Kitten gefunden haben auf eigene Kosten kastrieren lassen.
Aber die beiden waren da, ausgehungert und ausgetrocknet, voll von Fliegenmaden, die ihnen aus dem Hintern krochen. Wir haben sie durchgebracht und mit der Flasche aufgezogen. Das erste halbe Jahr war schlimm, von anfang an klappte die Verdauung nicht, ständig Verstopfung, Tierarzt, Einlauf etc. Zum Glück hat sich das alles einigermaßen eingespielt. Die Diagnose Megakolon bei der Katze haben wir bei einem Röntgenbild bekommen, dass zur OP Vorbereitung (Zahn-OP) gemacht wurde. Dass der Kater wahrscheinlich auch ein Megakolon hat, habe ich geahnt. Aber bis auf eine Verstopfungsphase mit 2 Jahren war dann 8 Jahre alles gut. Wobei er ein Stallkater ist, weil er leider trotz zeitiger Kastration
permanent markiert, da hat man natürlich weniger Kontrolle.

Das zur Vorgeschichte. Vor 3 Wochen haben wir gemerkt, dass er leicht verändert ist, hat aber noch gut gefressen. Nachdem er das eingestellt hat und empfindlich auf Berührung am Bauch reagiert hat, sind wir zum Tierarzt. Megakolon, voll bis zum Anschlag. Einlauf und Infusion hat nicht gebracht, also am nächsten Tag wieder hin. Tierärztin hat ihn da behalten und musste den Bauch aufschnieden um den Darm auszumassieren. Am nächsten Tag haben wir ihn nach Hause bekommen. Ich hatte mitterweile einen Laufstall gebaut, so dass wir ihn im Haus gut unter Kontrolle hatten. Eine Woche hat er gefressen wie verrückt, aber nichts kam raus. Diverse Fahrten zum Tierarzt und Einläufe, Lactulose, Parafin, etc. haben nicht gebracht. Offensichtlich war das Kolon so stark überdehnt und die Nerven geschädigt, dass die Peristaltik nicht in die Gänge kam. Ein erneutes Röntgenbild zeigte dann auch, dass er wieder bis oben hin voll war.

Also die Entscheidung zur OP, eine andere Chance gab es nach unserer Meinung und der Meinung der Tierärztin nicht. Unsere Tierarztpraxis hat uns nach sehr guter Beratung die Wahl gelassen - wenn OP dann in einer Klinik in ca 50km Entfernung, die das "sicher schon öfter gemacht hat". Oder OP in der nahen Praxis. Dort wird sehr viel operiert, aber explizit diese OP haben die dort nie gemacht. Aber es gibt Literatur und wer häufig operiert, für den ist das wahrscheinlich kein Hexenwerk.
Wir habe uns für die OP in der nahen Praxis entschieden, da wir großes Vertrauen in das operative Können dort haben.

Jetzt der eigentliche bisherige Erfahrungsbericht:
OP war jetzt vor 2 Wochen. Nach 3 Tagen haben wir ihn nach Hause bekommen. Am ersten Tag nach OP hat er in der Praxis verhalten angefangen zu fressen. Der erste Kot kam am 3 Tag bei Abholung auf der Autofahrt nach Hause...mein Mann ist im Auto fast erstickt . Fressen war die ersten Tage wirklich schwierig. Aus der Praxis haben wir Gastro-Spezialfutter mitbekommen, was leidlich ging. Ich habe ihm in den nächsten Tagen alles an Katzenfutter vor die Nase gesetzt, was im Umkreis von 20km zu kriegen war. Mal ein Haps hier, mal ein Krümel da. Am 5. Tag kam die Peristaltik offenbar so richtig in die Gänge. Der dünne Dünndarmkot floß aus ihm raus - der Kot ist auch noch ziemlich aggressiv - Jaulen auf dem Klo, Jaulen beim Putzen. Kragen ab, Kragen wieder ran. Saubermachen, Decken waschen. Den ganzen Tag. Man muss seine Katze schon sehr lieb haben und zum Glück habe ich Urlaub. Die Fäden hat er sich in den Kragen-ab-Phasen zeitgerecht selbst gezogen . Nach 10 Tagen durfte er tagsüber raus. Nachts noch drinnen und unter Kontrolle. Mittlerweile wird die Konsistenz des Kots deutlich besser und der Po heilt ab. Er jault nicht mehr und das Fressen wird auch viel besser. An der Stelle, wo er die Schmerzmittel und Antibiotika injiziert bekommen hat, rupft er sich die Haare aus, aber ansonsten glänzt das Fell wieder und er schnurrt und schmust. Er hat ordentlich abgenommen, was kein Wunder ist.

Insgesamt eine vorsichtig-positive Prognose.
Ich werde weiter berichten und vielleicht fällt dann dem einen oder anderen die Entscheidung zur OP weniger schwer, das Problem an sich ist ja sehr häufig, wird hierzulande offenbar aber eher selten operiert. Wir hatten keine andere Chance.

LG
b32
 
Alt 31.08.2017, 21:07   #2
b32
Standard AW: subtotale Kolektomie bei Megakolon - Erfahrungsbericht

Wir sind jetzt 4 Wochen nach OP und wir haben eine fast normale Kotkonsistenz. Katerchen hat hin und wieder ziemlich Blähungen aber sonst geht es ihm gut. Er hat zugenommen, frisst gut und ist gut drauf. Po ist abgeheilt, selten ist er ein wenig mit Durchfall verschmiert. Er spielt und schmust, fast wieder der Alte. Wir füttern animonda sensitive und interstinal und ganz wenig hochwertiges Trockenfutter. Welche Fütterung nach so einer OP richtig ist, wissen wir nicht wirklich, aber das scheint recht gut zu funktionieren.
Aslo weiterhin ein positiver Verlauf.
 
Alt 10.09.2017, 21:00   #3
b32
Standard AW: subtotale Kolektomie bei Megakolon - Erfahrungsbericht

5 Wochen nach OP ist wirlich alles gut. Unter der Fütterung geht es ihm prima. Keine Blähungen mehr, der Bauch ist weich, ich kann tief reindrücken und es tut ihm nichts weh. Er nimmt zu, Kotkonsistenz ist gut- weich aber geformt. Es geht ihm so gut, dass er sich schon wieder mit Nachbarskatze beulen konnte und jetzt einen dicken Ratscher auf der Hornhaut hat - mal wieder Tierarzt, aber das nur nebenbei, irgendwas ist ja immer.

Also in der Summe kann ich sagen, dass das Ergebnis nach OP sehr gut ist. Vielleicht hilft dieser Bericht ja doch dem einen oder anderen, der in eine ähnliche Situation kommt.

LG
b32
 
Alt 11.09.2017, 14:35   #4
Tatjana462

 
Avatar von Tatjana462
Standard AW: subtotale Kolektomie bei Megakolon - Erfahrungsbericht

Danke für Deinen Erfahrungsbericht bei einem Megakolon.

Meine Katze Kati hatte mal eine ordentliche Verstopfung, die zuerst ebenfalls nach einem Megakolon aussah.
Nach intensiver Untersuchung konnte diese Diagnose aber ausgeschlossen werden. Kati wurde von der TÄ gespült, was aber trotzdem Nachwirkungen hatte, so dass noch längere Zeit etwas Kot nachkam. Ich habe sie also wochenlang gesäubert - wenn sie es nicht geschafft hat. Danach ging es ihr wieder gut.

Sehr schön, dass Ihr das Megakolon so gut behandeln konntet.
In der Hoffnung, dass alles so positiv bleibt, wünsche ich Euch weiterhin alles Gute!
 
Alt 20.06.2018, 17:42   #5
Fantaisie2014
Standard AW: subtotale Kolektomie bei Megakolon - Erfahrungsbericht

Hallo b32,

mich würde Interessieren wie es deinem Kater inzwischen geht? Dein Bericht ist ein kleiner Hoffnungsschimmer für mich!
Ich habe selber einen Kater (9 Monate alt) mit einem Megakolon. Leider sind bei oralen Medikamenten langsam alle Möglichkeiten ausgeschöpft aber keine wirkliche Besserung eingetreten.
Sowohl unser Haustierarzt als auch der Arzt in der Tierklinik haben nicht die Erfahrung bzw die Möglichkeit zu einer Operation.
Darf ich fragen wo euer Tierarzt ist? Vielleicht ist es ja nicht zu weit von uns entfernt. Auf was für Kosten muss ich mich den ungefähr bei so einer Operation einstellen (auch das konnten mir die bisherigen Tierärzte leider auch nicht sagen).

Liebste Grüße von der Fellnasenfront 🐱🐱
 
Alt 20.06.2018, 17:45   #6
Julchen94
Moderatorin

 
Avatar von Julchen94
Standard AW: subtotale Kolektomie bei Megakolon - Erfahrungsbericht

Der Thread ist schon etwas älter. Ob da noch eine Antwort kommt...


Vielleicht möchtest Du einen eigenen Thread aufmachen?

Das wird bestimmt öfter gelesen.
 
Alt 20.06.2018, 20:49   #7
b32
Standard AW: subtotale Kolektomie bei Megakolon - Erfahrungsbericht

Hallo,
dem Kater geht es gut. Ich kann nicht sagen "sehr gut" - das wäre ein völlig gesundes Tier mit normalen Kotabsatz.
Er ist munter, schmusig, spielt, Allgemeinbefinden ist also super. Kotabsatz ist häufiger als bei einer gesunden Katze, weich, manchmal breiig. Etwa alle 6-8 Wochen hat er eine Durchfallphase die 2-3 Tage anhält, dann leckt er sich auch mal wund. Aber das ist schnell wieder vorbei. Es fehlt halt der Dickdarm zum Eindicken des Kots und wenn dann eine Kleinigkeit nicht in Ordnung ist, bekommt er Durchfall. Er lebt halt im Stall und frisst auch alles mögliche, was ihm auf der Wiese zwischen die Fänge kommt. Grundsätzlich bekommt ihm Trockenfutter gut, wir füttern aber auch immer etwas Naßfutter mit. Ich gebe ihm 1-2x in der Woche bene bac Pulver ins Futter, auch nach "Bauchgefühl".
Die OP war die richtige Entscheidung, sonst würde er jetzt nicht mehr leben.
Wenn Du wissen möchtest, welcher Tierarzt das gemacht hat, schick mir am besten eine pm (DSGVO und so...)
LG b32
 
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