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Katze hat seit Monaten blutigen Durchfall

Diskutiere im Katzenforum von Netz-Katzen.de über Katze hat seit Monaten blutigen Durchfall im Bereich "Verdauungstrakt". --> Hallo liebe Forenmitglieder! Ich lese schon länger hier mit und habe mich heute registriert, weil ich einen Ratschlag zu meiner Katze bräuchte und den Eindruck hatte, dass sich hier einige ganz gut ...
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Alt 29.09.2017, 13:00   #1
Tuva
Standard Katze hat seit Monaten blutigen Durchfall

Hallo liebe Forenmitglieder!

Ich lese schon länger hier mit und habe mich heute registriert, weil ich einen Ratschlag zu meiner Katze bräuchte und den Eindruck hatte, dass sich hier einige ganz gut auskennen. Vielleicht könnte ihr mir ja helfen und habt noch eine Idee.

Achtung, es wird länger! Ich versuche es mal, mit Überschriften halbwegs zu gliedern.

Bisheriger Verlauf und Vorgeschichte

Meine Katze ist jetzt 10 Jahre alt, wiegt 4,6kg und ist insgesamt fit, neugierig und aktiv. Ich habe noch einen gleichalten Kater, beide sind Wohnungskatzen mit Balkon.
Allerdings hat sie seit geraumer Zeit sehr viel Blut im Stuhl. Es ist helles Blut und auch oft schleimig. Meistens klebt ein Rest noch am After, den ich dann mit Klopapier abwische (wenn ich denn zuhause bin und es mitbekomme), sonst verliert sie Tröpfchen und schmiert alles voll. Sie geht normalerweise einmal am Tag aufs Klo.
Sie leidet schon ihr Leben lang unter Nahrungsmittelunverträglichkeiten und hatte schon immer eine starke Neigung zu Durchfall, richtig „normal und fest“ war ihr Kot eigentlich in all den Jahren nie. War aber auch nie ein Problem für sie, einmal am Tag war sie auf dem Klo und sonst war alles okay.

Vor knapp 2 Jahren ging es damit los, dass ich immer mal wieder etwas Blut auf dem Kot gefunden hab und ich war beim Tierarzt. Blutwerte okay, keine Schädlinge, liegt an der Allergie, ich soll Futter umstellen.
Das Problem ist nur, dass ich langsam nicht mehr weiß, was ich ihr füttern soll. Sie verträgt kaum mehr etwas. Am besten klappt Ente von VetConcept, ansonsten verträgt sie NICHT:

- Huhn
- Pute / Truthahn
- Kaninchen / Hase
- Lamm
- Wild
- Rind / Kalb
- Schwein
- Thunfisch
- Lachs

Außerdem frisst sie nicht (…):

- Ziege
- Känguru
- Alles mit Pastinake
- Alles mit Süßkartoffel

So viel Auswahl bleibt da leider nicht übrig.


Trotzdem hab ich sie dann vor 2 Jahren auf Ziege und Känguru umgestellt. Ergebnis war, dass der Kot noch genauso matschig war wie vorher und meine beiden Katzen 0,5 Kilo in einem Jahr abgenommen haben, weil keine der beiden das Futter mochte und ich die Hälfte wegwerfen konnte.
Vor 1 Jahr dachte ich dann, gut, es hat keinen Sinn, wenn die beiden sich runterhungern (mein Kater ist sowieso nur eine halbe Portion mit 4 Kilo und sehr zierlich), dann gibt es was anderes. Dann bin ich auf Lamm umgestiegen, weil ich bis dahin noch dachte, sie verträgt es. (Mitte 2016 waren beide auch wieder zum Durchchecken bei der TÄ mit Blutbild und da hatte ich das auch so mit ihr abgesprochen.)

Ergebnis nach einem Jahr: Er 0,5 Kilo zugenommen, sie 1 Kilo zugenommen, wurde sehr gerne gefressen. Bei ihr aber leider sehr viel Fellverlust, kahle Stellen, breiiger Durchfall mit sehr, sehr viel Blut.
Da es immer mehr wurde saß ich im Juli 2017 wieder bei meiner Tierärztin. (Ich schreibe unten nochmal Tabellenartig den Verlauf und die Untersuchungen, damit nichts verloren
geht.) Sie hat den Bauch von außen abgetastet, konnte aber glücklicherweise keine Auffälligkeiten fühlen.
Die Katze wurde komplett durchgecheckt: Großes Blutbild, Schädlinge, Kotprofil – die Ergebnisse hänge ich unten an. Soweit aber alles gut, Gott sei Dank (zum Kotprofil komme ich unten). Sie hat allerdings einen leichten Folsäuremangel, was auf Schleimhautschädigungen im Dünndarm hinweist – was für eine Überraschung. Dazu sollte sie Dysticum gegen den Durchfall bekommen, was auch so vier Tage gut funktioniert hat (fast fester Kot, kein Blut), aber dann einfach nicht mehr gewirkt hat. (Wurde dann schwarzer Durchfall) Schließlich wollte sie es auch nicht mehr mitfressen, also hab ich es wieder abgesetzt.
Im Juli hab ich sie auf eine Ausschlussdiät mit Pferdefleisch gesetzt. (Vor Jaaahren haben wir eine mit Kaninchen gemacht, das verträgt sie mittlerweile aber nicht mehr.)
Leider hatte sie massive Reaktionen darauf, innerhalb einer Woche den ganzen Hals blutig gekratzt und eine schwere Analdrüsenentzündung. (Was mich gewundert hat, weil sie bewusst noch nie Pferd von mir bekommen hat.) Sie musste dann regelmäßig zur TÄ zum Ausdrücken und Antibiotikum spritzen und es ist Gott sei Dank problemlos abgeheilt.
Futtertechnisch wurde sie wieder auf Ente umgestellt, wodurch die Wunden am Hals schnell wieder abheilten. Es ist immer so, dass sich die Allergie vernehmlich in Hautreaktionen zeigt, da ist im Moment aber wieder alles völlig in Ordnung, keine kahlen Stellen am Hals, kein Haarausfall.
Aber zu der Zeit fing sie plötzlich an, sich den Bauch kahl zu lecken. (Was sie wohlgemerkt in 10 Jahren nicht gemacht hat und wir hatten schon deutlich mehr Stress als aktuell!) Ich sprach die TÄ darauf an, sie meinte, es sei Stresslecken von den ganzen TA Besuchen. Ich meinte, dass sie das noch nie gemacht hat, ob sie vielleicht Bauchschmerzen hat oder im Bauch was nicht okay sein könnte. Hat sie vielleicht einen Darmtumor? Meine TÄ meinte, dass sie sich sicher ist, dass sie keinen Tumor hat, weil sie viel zu fit ist dafür und auch kein Gewicht verloren hat etc. Klar könne man das nie ausschließen, aber sie glaubt es nicht und denkt, es ist Stresslecken.

Ich schlug dann eine Cortisontherapie vor, weil ich die Allergie im Verdacht hatte (und vielleicht IBD?). Meine TÄ riet davon ab (sie sei noch ein junges Tier und Cortison hat ja div. Nebenwirkungen) und schlug vor, erstmal den Kot zu untersuchen.
Danach wurde ein großes Kotprofil gemacht, um die Bakterienzusammenstellung anzuschauen. Sie hat einen gering erhöhten Wert an Clostridien und hämolysierenden e Coli Bakterien. Die TA schlug eine Schluckimpfung vor und ich hab zugestimmt. Muss aber dazu sagen, dass ich persönlich vom Gefühl her eigentlich nicht glaube, dass diese geringe Erhöhung so einen Effekt hat, aber ich bin halt auch nicht vom Fach. Daher dachte ich, probieren wir es aus, dann haben wir es ausprobiert.
Zusätzlich bekam sie von VetConcept das Darmliquid (mit Milchsäurebakterien) und die Cat Immusan Tabletten mit Hefe, Colostrum und diversen Ballaststoffen, um den Darm zu unterstützen.
Und siehe da, nach knapp drei Tagen hatte sie deutlich festeren Stuhl ohne Blut. Aber leider dafür geschwollene Augen, blutige Ohren, einen blutigen Hals. Ergo, Cat Immusan wieder abgesetzt, da sie es offenbar nicht vertragen hat. Das war dienstags vor vier Wochen. Mittwochs morgens hat sie sich übergeben und nicht gefressen, dabei hab ich mir noch nichts gedacht. Aber mittwochs abends ging es dann los: Stündlich wurde gebrochen, die ganze Nacht durch. Da sie aber keinen dehydrierten oder fiebrigen Eindruck machte und der NotTA 35 Minuten entfernt war, hab ich bis Donnerstag Morgen abgewartet und bin dann zu unserer HausTÄ.
Fazit, kein Fieber, nicht dehydriert, guter Allgemeinzustand, also hat sie nur ein Antibrechmittel bekommen und ich bin wieder nach Hause. (Mit dem Hinweis, ich soll Schonkost füttern – welche Schonkost? :‘D verträgt sie ja alles nicht!)
Bis Montag hat die kleine Maus sich noch zwei, drei Mal am Tag übergeben, kaum gefressen und auch Wasser sofort wieder ausgebrochen. Insgesamt hat sie aber nach wie vor einen völlig normalen Eindruck gemacht, wenn ich es nicht gewusst hätte, hätte ich niiiie gedacht, dass sie so krank ist. Montag wollte ich wieder zur TÄ, aber dann war es plötzlich wieder gut, sie hatte wieder Hunger und hat ordentlich zugeschlagen, Gewicht hat sich innerhalb weniger Tage wieder normalisiert, alles wieder gut. Gott sei Dank!
Die Milchsäurebakterien hatte ich dann wieder weggelassen, ich glaube ehrlich gesagt, das Erbrechen lag daran. Ansteckend wars jedenfalls nicht, mein Kater hatte gar nichts. Vielleicht war das Präparat nicht in Ordnung (zu warm?), keine Ahnung.
Das Bauchlecken wurde jedenfalls zu der Zeit wieder deutlich besser. Etwas rosa ist er immer noch, aber da muss ja auch erstmal Fell nachwachsen und das dauert bei ihr immer sehr lange.

Letzte Woche kamen dann die Eigenvakzine. Ich hab freitags angefangen, ein Effekt sollte sich nach 5 Tagen einstellen, nach 3 Wochen sollte es deutlich besser sein.
Tja, was soll ich sagen, es wurde nur schlimmer. Ich hab die Dosis reduziert, keine Verbesserung. Die Katze ist drei Mal am Tag aufs Klo, fast 1/3 nur Blut und Schleim, breiig und zudem hatte sie offenbar starke Bauchschmerzen. (Dann legt sie sich immer auf die Seite und macht sich ganz lang und weint dabei. So legt sie sich sonst nie hin, dann weiß ich immer, oh, es stimmt was nicht.)
Dann hab ich die Vakzine am Dienstag wieder abgesetzt. Sie tat mir sooo leid. (Es sollte laut TÄ auch eigentlich keinerlei Nebenwirkungen geben.)
Gleichzeitig hatte ich vorher nochmal ein Milchsäurepräparat besorgt, Darmgel, mit dem gleichen Keim wie das von VetConcept (da es ja anfangs gut funktioniert hatte, wenn auch in Kombi mit dem Immusan).

Das hab ich Dienstagabend wieder gegeben und das ist der aktuelle Stand. Bauchschmerzen hat sie keine mehr so wie es aussieht, sie legt sich nicht mehr auf die Seite, sondern sitzt wieder.
Massiven Durchfall mit Blut und Schleim drauf hat sie nur nach wie vor. Sonst ist sie aber ganz normal, frisst, spielt, fetzt den Kratzbaum hoch und runter, nervt den Kater.


TA Verlauf seit Juli:
- Mitte Juli: Cortison Spritze, hat aber nichts geholfen, noch dazu war sie danach super zittrig, hat mit den Ohren gewackelt und die ganze Zeit den Kopf geschüttelt, Dysticum bekommen (war ein paar Tage super, hat dann nichts mehr gewirkt und sie wollte es auch nicht mehr mitfressen)
- Kottest Schädlinge, Giardien (alles negativ, ich glaube aber sowieso nicht an Schädlinge, weil man Kater nichts hat und sie sich das Klo teilen und ggs. den Po putzen)
- Anfang August: Analdrüsenentzündung, wurde ausgedrückt, Antiobiotikum und Metacam, danach alle drei Tage Kontrolle und Antibiotikumspritze
- Mitte August großes Blutbild (s. Anhang), alles okay bis auf Folsäure (Entzündungswerte waren auch gering trotz Allergie?! War das erste Mal, dass die okay waren – spricht ja eigentlich gegen eine allergische Sache?)
- Ende August: großes Kotprofil, Clostridien und häm. E Coli leicht erhöht, Anforderung Eigenvakzine
- Anfang September: Antibrechmittel
- 22.09.: Start Vakzine, aber hat alles nur verschlimmert


Meine Frage
Jetzt meine Frage: Was soll ich machen? Wie soll es weitergehen? Ich hab das Gefühl, ich seh den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.
Danke übrigens, falls ihr bis hierher durchgelesen habt.

Wenn es an der Allergie liegt, wäre es ja sinnvoll, nochmal das Futter umzustellen. Aber welche Sorte? Ich trau mich schon gar nicht mehr, zu wechseln. (Bei VetConcept hab ich noch Rentier im Auge, das wäre aktuell meine einzige Alternative. Oder habt ihr vielleicht noch Ideen?)

Was sagt ihr zum Thema Tumor? Zwischendurch hatte ich richtig Panik, aber eigentlich zieht es sich schon zu lange dafür, oder? Und abgenommen hat sie auch nicht. Daher glaube ich mittlerweile eigentlich nicht mehr dran.

Wie könnte man weiter untersuchen? Ich weiß nicht, ob Röntgen oder Ultraschall so viel Sinn ergibt. Letztlich sieht man da kaum was und wenn irgendwo ein Schatten oder Knubbel ist sind wir dann auch nicht schlauer.
Eine Darmspiegelung will ich eigentlich auch nicht, so blutig wie der Darm offenbar ist ist der ganz leicht durchgestochen und ob das dann nochmal heilt in dem Zustand?

Soll ich es einfach so hinnehmen? Ich hab mal gelesen, dass manche Katzen mit Futterunverträglichkeiten halt immer etwas Blut im Stuhl haben und das nicht so dramatisch ist, wenn es ihnen sonst gut geht. ("Etwas" ist es bei uns ja nun nicht gerade...)

Oder doch eine Cortisontherapie forcieren? Ich hab nur ein bisschen Schiss, weil sie das letzte Mal so komisch reagiert hat auf das Cortison. Und wirklich was gebracht hat es auch nicht, war allerdings auch nur ein Kurzcortison.


Bilder:







 
Alt 29.09.2017, 13:00
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Standard AW: Katze hat seit Monaten blutigen Durchfall

Ich kann dir den Ratgeber von Gerd empfehlen. Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem.
__________________
Schäppchen für Fellnasen
 
Alt 29.09.2017, 13:42   #2
vilma

 
Avatar von vilma
Standard AW: Katze hat seit Monaten blutigen Durchfall

Zuerst mal hoffe ich, alles soweit halbwegs richtig erfasst zu haben...

Mein Vorschlag wäre, in einer gut ausgestatteten Tierklinik ein Gespräch über den Sinn und Unsinn von Cortison hochdosiert (Depot höchstens zum Einstieg, dann zügiger Umstieg auf Prednisolon-Tabletten), Metronidazol (Metrobactin für Katzen) und antiallergenem Diätfutter (zB von Royal Canin, igitt, ja ich weiß) zu führen. Deine Katze reagiert offenbar hochallergisch auf fast alle Futtersorten und der Darm ist hochgradig angegriffen, da würde ich eine ganz stringente konservative Therapie anstreben, um die Symptome endlich zu lindern.

Ehrlich gesagt finde ich die Aussage der TÄ, Cortison wäre schlecht wegen der Nebenwirkungen etc., überhaupt nicht nachvollziehbar, denn mit Prednisolon und einer guten Einstellung auf die passende Dosis ist das Risiko von Nebenwirkungen minimiert, zumal Katzen Cortison in der Regel gut tolerieren. Und bei solchen Krankheitsbildern ist es eigentlich das Mittel der Wahl.

Der Sache mit den Clostridien und häm. E-Coli würde ich noch mal auf den Grund gehen. Außerdem ist ein Ultraschall definitiv eine gute Idee, um sich den Darm überhaupt mal anzuschauen, wenn das bislang noch gar nicht passiert ist...

Hast du eine TK in der Nähe, an die du dich wenden kannst? Sonst sag doch mal, wo du wohnst (PLZ), dann gibt es hier vielleicht eine Empfehlung.

P.S. Ich würde bis auf weiteres alle Darmmittelchen komplett weglassen.
Was tut ihr derzeit gegen den Folsäuremangel? Bekommt sie Vit. B12?
Normale Entzündungswerte sprechen nicht automatisch gegen eine Futtermittelunverträglichkeit. Wenn sie so massiv über Haut und Darm reagiert, spricht das schon sehr deutlich für eine Unverträglichkeit.
 
Alt 29.09.2017, 14:10   #3
kittekatz
Standard AW: Katze hat seit Monaten blutigen Durchfall

Ich schließe mich an. Die Nebenwirkung auf dexamethason kenne ich so nicht, aber das muss nix sagen.

Ich würde auch dringend zu einem therapieversuch mit Prednisolon raten. Das ist sehr viel besser verträglich.

Ich hätte jetzt mal zu bene bac (gel) geraten, weil ich schon denke, dass der Darm saniert werden muss. Aber gut, es steht der Verdacht auf Unverträglichkeit im Raum, also erstmal nicht.

Enterogelan Pulver schau dir mal bitte an, das wäre ein Versuch zum andicken. Beseitigt aber die Ursachen nicht, klar.

Und dringend weitere Diagnostik. Pankreaswerte sind okay? Ultraschall Darm und eine Biopsie der darmschleimhaut.

Das wäre erstmal so mein Gedanke. Es tut mir sehr leid für die Miez

Mein Vorschlag


Gesendet von iPhone mit Tapatalk
 
Alt 29.09.2017, 16:56   #4
Khitomer
Standard AW: Katze hat seit Monaten blutigen Durchfall

Tschuldigung, ich hab nicht alles duch gelesen. Möchte aber fragen, wurde der Kot auch auf Tritrichomonas foetus untersucht? Ich finde, das, was du beschreibst, würde sehr gut dazu passen.

TF ist nicht im grossen Kotprofil enthalten und muss extra verlangt werden, am Besten den PCR test.

Katzen reagieren sehr verschieden auf TF. meine Katzen hatten auch DF. Bei einer ist es nach einiger Zeit vorbei gegangen. Die andere hatte aber immer wieder DF Schübe mit Schleim und Blut, genau, wie du es beschreibst. Der TA hatte auch auf Nahrungsmittel Unverträglichkeit getipt. Bei der 2. Katze hab ich dann aber gesagt, die sind nicht verwandt und es ist doch höchst unwahrscheinlich, dass es grad bei beiden Nahrungsmittel Unverträglichkeit ist. Also wurde weiter gesucht und mit dem Tip von einer Züchterin dann bei TF fündig geworden.

Meine Katze hat übrigens lange Hypoalergen Futter bekommen und auf Futterwechsel mit DF reagiert - typisch für TF.

Edit: meine Erfahrung zu Kortison: Meine Katze hatte es sehr schlecht vertragen und nicht mehr gefressen, obwohl die meisten Katzen davon Apetit bekommen. Ich würde darum nie mit einer Depot Gabe beginnen sondern immer mit Tabletten, bis klar ist, dass es vertragen wird.
 
Alt 30.09.2017, 00:17   #5
mortikater

 
Avatar von mortikater
Standard AW: Katze hat seit Monaten blutigen Durchfall

Zitat:
Zitat von vilma Beitrag anzeigen
Zuerst mal hoffe ich, alles soweit halbwegs richtig erfasst zu haben...

Mein Vorschlag wäre, in einer gut ausgestatteten Tierklinik ein Gespräch über den Sinn und Unsinn von Cortison hochdosiert (Depot höchstens zum Einstieg, dann zügiger Umstieg auf Prednisolon-Tabletten), Metronidazol (Metrobactin für Katzen) und antiallergenem Diätfutter (zB von Royal Canin, igitt, ja ich weiß) zu führen. Deine Katze reagiert offenbar hochallergisch auf fast alle Futtersorten und der Darm ist hochgradig angegriffen, da würde ich eine ganz stringente konservative Therapie anstreben, um die Symptome endlich zu lindern.

Ehrlich gesagt finde ich die Aussage der TÄ, Cortison wäre schlecht wegen der Nebenwirkungen etc., überhaupt nicht nachvollziehbar, denn mit Prednisolon und einer guten Einstellung auf die passende Dosis ist das Risiko von Nebenwirkungen minimiert, zumal Katzen Cortison in der Regel gut tolerieren. Und bei solchen Krankheitsbildern ist es eigentlich das Mittel der Wahl.

Der Sache mit den Clostridien und häm. E-Coli würde ich noch mal auf den Grund gehen. Außerdem ist ein Ultraschall definitiv eine gute Idee, um sich den Darm überhaupt mal anzuschauen, wenn das bislang noch gar nicht passiert ist...

Hast du eine TK in der Nähe, an die du dich wenden kannst? Sonst sag doch mal, wo du wohnst (PLZ), dann gibt es hier vielleicht eine Empfehlung.

P.S. Ich würde bis auf weiteres alle Darmmittelchen komplett weglassen.
Was tut ihr derzeit gegen den Folsäuremangel? Bekommt sie Vit. B12?
Normale Entzündungswerte sprechen nicht automatisch gegen eine Futtermittelunverträglichkeit. Wenn sie so massiv über Haut und Darm reagiert, spricht das schon sehr deutlich für eine Unverträglichkeit.
Ich schließe mich Lina weitestgehend an.

Die Verteufelung von Cortison ist wirklich so nicht richtig.

Mein Tom hat es 15 Jahre lang bekommen und gestorben ist er nicht an den Nebenwirkungen von Cortison (Leber, Nieren), sondern an einem bösartigem Tumor.

Mein Kater Kimi hat eine chronische Darmentzündung, dazu gesellt sich gerne auch schubweise eine Bauchspeicheldrüsenentzündung und in seinem Fall auch noch eine Gallenausgangsentzündung.

Kimi hat eine Odyssee von Untersuchungen, Operation und Biopsie hinter sich, aufgrund der riesenhaft vergrößerten Lymphknoten im Ultraschall stand er gleich mehrmals unter Krebsverdacht. Dem ist aber nicht so.

Eine Allergie bzw. ein autoimmunes Geschehen scheint auch vor zu liegen. Er bekommt Prednisolon, täglich 5 mg. Kriegt er das nicht, kratzt er sich die Ohren blutig. Eine Unverträglichkeit auf irgendein Tier (Schwein, Huhn, Rind etc.) kann ich eigentlich nicht feststellen, es muss an irgendwelchen Zusatzstoffen im Futter liegen. Huhn pur (Porta) verträgt er, Catz finefood oder andere "hochwertige" Sorten mit Huhn dann aber nicht.

Was er wirklich gut verträgt, sind die Magen-Darm-Futter von Vet Concept, Lamm mit Vollkornreis, Pute mit Vollkornreis. Leider frisst er sie mit spitzen Zähnen und der Rest der Truppe guckt mich auch verzweifelt an, so ähnlich wie bei Dir. Leidenschaftlich gerne frisst er "Felix so gut wie es aussieht", aber ich kann die Uhr drauf stellen, dass er nach einer Woche den nächsten Schub bekommt.

Ich habe auch alles durch, was man durch haben kann. Kein Getreide, kein Gluten, kein Cassia Gum, Möhren, Kartoffeln, mechanische Durchfallstopper, man wird bekloppt dabei.

Da Kimi eine Weile als Todeskandidat galt, durfte er fressen, was er wollte. Und das war rohe Pute, gekochtes Wildlachsfilet, gekochtes Huhn. Damit hat er sich hervorragend über Wasser gehalten und der Output hat sich verbessert von flüssig auf "naja". Es kommt immer ein wässriger Teil am Anfang, aber dann geformter Kot. Und damit hat er sich auch wieder auf sein altes Gewicht hochgearbeitet. Ich hätte ihn gerne gebarft, da er Fleisch pur offensichtlich am besten verträgt, aber das wollte er wieder nicht. Inzwischen bekommt er zu 50 % Fleisch und zu 50 % Dose. Monoproteinsorten von Macs, Leonardo, Royal Canin sensitiv Beutel, Ergänzungsfutter wie Porta oder Miamor Thunfisch mit Reis. Ein ewiger Eiertanz, denn nach einer Weile gelüstet es ihn nach Abwechslung.

Ich denke auch, der Darm Deines Katers ist hochentzündet, wenn er unentwegt blutigen Kot hat. Ich würde auch zunächst (in Absprache mit den Tierärzten) an Cortison und Metro denken, damit diese Entzündung mal zur Ruhe kommt. Ein Ultraschall kann nicht schaden, aber im Fall meines Katers war der US so bedenklich, dass dann das ganze Drama mit OP und Biopsie begann. Im Nachhinein betrachtet alles Sch..., aber hinterher ist man immer schlauer.

Bei Katzen, die chronischen Durchfall haben, ist fast immer Vitamin B12 und Folsäure erniedrigt. Wenn der Vitamin B12-Mangel behoben wird, normalisiert sich angeblich auch Folsäure. (Persönlich kann ich das nicht bestätigen. Ich hatte auch einen Vitamin B12-Mangel, nehme es hochdosiert ein, aber beim letzten Blutbild hatte ich trotzdem Folsäuremangel.)

P.S. Ich sehe gerade, bei Euch ist Vitamin B12 aber gut, nur Folsäure leicht erniedrigt.
 
Alt 30.09.2017, 10:59   #6
Tuva
Standard AW: Katze hat seit Monaten blutigen Durchfall

Hallo ihr Lieben,

vielen Dank für eure Mühe und eure Antworten!
Jaa, es ist zu viel Text, ich wollte mich kurz fassen und es hat offensichtlich nicht geklappt. Danke fürs Durchquälen!

@vilma
Also ich tendiere auch zu einem Cortisonversuch. Eine Tierklinik gibt es hier nicht (wohne in Bonn, 53xxx), aber noch einen TA, der ganz toll sein soll. Ich denke, ich würde das erstmal mit meiner TÄ besprechen und sollte sie sich weigern, kann ich ja den anderen fragen bzw. bei Gelegenheit sowieso mal noch eine Zweitmeinung einholen. Und zur Not fahre ich eben zur nächsten Tierklinik nach Köln. (Wobei ich da auch nichts so tolles gehört hab. Aber wenn jemand noch Empfehlungen hat gerne her damit!)
Prinzipiell bin ich absolut offen für hyperallergenes Futter, auch von RC. Aber die Inhaltsstoffe schrecken mich ab. Ich hab schonmal diverse Sorten durchgeguckt und es ist überall irgendwas drin, was sie sicher nicht verträgt. (Geflügelleber oder Hühnchen oder Lachs oder oder). Das und die insgesamt lange Zutatenliste schrecken mich ab.
Allerdings käme noch Schaf in Frage, zB von Cats Finefood Purrr oder Grau. Ich schreibe mir mal alles auf und überlege dann nochmal, wann ich das wie angehe. Moment ist mit dem Ente wenigstens die Haut und der Haarausfall im Griff, ganz falsch kann es also nicht sein.
Nein, ein Ultraschall wurde noch nicht gemacht. Ich spreche es mal an. Gegen den Folsäuremangel wird aktuell nichts gemacht, Vitamin B12 bekommt sie nicht, ist aber im Blutbild interessanterweise auch gar nicht niedrig, nichtmal am unteren Rand.


@kittekatz
Danke für den Tipp! Pulver bekomme ich immer so schlecht in sie rein, aber das scheint es auch als Gel zu geben. Ist aufgeschrieben. Die Pankreas ist völlig in Ordnung.

@Khitomer
Nein, das wurde nicht untersucht. Schreibe ich auch auf, danke! Ich persönlich glaube aber nicht an Parasiten, einfach, weil mein Kater nach all der Zeit gar nichts hat in der Richtung. Aber ausschließen kann man es ja trotzdem.
Ja, bei Kortison würde ich auch mit Tabletten anfangen und wohl auch dauerhaft geben. Könnte mir ein Depot vorstellen, wenn ich mal in Urlaub fahre, aber sonst eher Tabletten.

@mortikater
Oh Mann, da hast du aber auch was mitgemacht. Ich hoffe, es bleibt so stabil!
Ich war anfangs auch nicht sicher, ob es die Proteinquelle oder ein Zusatzstoff ist. Da sie aber zumindest bei Huhn, Pute und Rind auch auf pures Fleisch reagiert ist es da jedenfalls so. Und vielleicht sind es auch einfach trotzdem noch Zusatzstoffe, wer weiß! Ist halt alles sehr undurchsichtig.
Jaa, das sind auch meine Bedenken zum Ultraschall. Die bildgebenden Verfahren beim Tierarzt sind halt alle nicht so der Hit.
Und dass B12 nicht erniedrigt ist ist wirklich komisch bei uns.


Okay, also zusammenfassend scheint Cortison jetzt das Mittel der Wahl zu sein. Mit welcher Dosierung fängt man da an? Meine TÄ meinte mal, mit 5mg pro Tag, ich fand, das klang recht hoch für eine 4,5 Kilo Katze? Ich würde das natürlich nochmal mit ihr besprechen, aber falls jemand von seinen Erfahrungen und Dosen berichten kann wäre ich sehr dankbar.

Liebe Grüße!!
 
Alt 30.09.2017, 14:50   #7
mortikater

 
Avatar von mortikater
Standard AW: Katze hat seit Monaten blutigen Durchfall

Man rechnet 1 mg pro Kilogramm Körpergewicht, insofern ist die Dosis absolut korrekt. Vor allem als Erhaltungsdosis, wenn Cortison dauerhaft gegeben werden muss, soll diese Menge nicht überschritten werden.

Als Einstiegsdosis kann man sogar höher gehen und dann reduzieren, aber mir erscheinen 5 mg für eine 4,5 kg Katze völlig angemessen.

Hast Du mal über Barfen nachgedacht? In manchen Fällen ist auch das die Lösung.
 
Alt 30.09.2017, 21:48   #8
Muffin6
 
Avatar von Muffin6
Standard AW: Katze hat seit Monaten blutigen Durchfall

Ich kann dir nur raten, dass hypoallergene Futter auszuprobieren. Die Zusätze sind aufgeschlüsselt und werden so meist auch vertragen. Auch die Eiweiße, wie zum Beispiel Huhn sind so weit aufgeschlüsselt, dass es nicht zu einer Unverträglichkeit kommen kann.
Meine Hündin hat seit ihrer Geburt IBD und hat sich viele Jahre mit Schüben gequält.
Am Anfang des Jahres ging dann gar nichts mehr. Sie hat kein Futter mehr vertragen. Seitdem füttere ich Hill's hypoallergen und Royal Canin hypoallergen im Wechsel. Zusätzlich bekommt sie Cortison. Sie hat zwar einige Nebenwirkungen, wie zum Beispiel sehr viel Durst, aber insgesamt ist sie ein ganz neuer Hund und endlich ohne Bauchschmerzen.
Gerne gebe ich das Futter nicht, aber es war bei uns die letzte Möglichkeit.
Alles Gute für deine Maus!
 
Alt 01.10.2017, 08:38   #9
vilma

 
Avatar von vilma
Standard AW: Katze hat seit Monaten blutigen Durchfall

Ich stimme Carmen zu. Das Hypoallergenfutter ist hochgradig aufgeschlossen, so dass die ursprünglichen Proteinstrukturen nicht mehr vorhanden sind. Die Zusammensetzung ist auch gar nicht weiter von Belang, wenn es vertragen wird, und das scheint bei den meisten Katzen der Fall zu sein.

Ich würde unbedingt eine 2. Meinung einholen. Angesichts der Schwere eures Falles hat deine TÄ das nicht gut im Griff und das dauert alles schon viel zu lange.

Wenn hier keine Empfehlung zu einer TK mehr kommt, würde ich mal ganz intensiv googeln. Kann mir gar nicht vorstellen, dass es bei euch nichts weiter geben soll.

Schau mal hier:

https://www.katzen-forum.net/tieraer...oeln-bonn.html
 
Alt 01.10.2017, 11:43   #10
Tuva
Standard AW: Katze hat seit Monaten blutigen Durchfall

@ Mortikater
Oh, dann ist ja gut. Danke!
Ja, ich würde eigentlich gerne barfen, hab aber leider keine richtige Küche, nur so eine Minizeile und keine Möglichkeit, was einzufrieren. Eine Zeit lang hab ich es mit Huhn, Pute und Rind versucht, weil das die Sorten sind, die ich hier unproblematisch frisch kaufen kann – wurden aber alle drei nicht vertragen. Auf Dauer ist das aber schon mein Ziel, wird aber leider noch so 2 Jahre dauern, bis ich umziehe. Bis dahin brauche ich erstmal eine andere Lösung.

@Muffin6
Das wusste ich nicht – danke. Dann probiere ich das auf jeden Fall noch aus.

@vilma
Also auch wenn Huhn drin ist sollte sie es vertragen?
http://www.zooplus.de/shop/katzen/ka...sfutter/459167 Das hier zum Beispiel?

Ja, natürlich gibt es in Köln noch weitere Tierkliniken. Gegooglet habe ich selbstverständlich schon und auch dein Link ist mir bereits bekannt, danke trotzdem fürs Raussuchen!
Ich fahre auf jeden Fall noch zu dem anderen TA, den ich rausgesucht hatte.
 
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