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Fussel ist positiv auf Calicivirus getestet

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Alt 13.02.2018, 20:00   #1
Muffin6
 
Avatar von Muffin6
Standard Fussel ist positiv auf Calicivirus getestet

Hallo ihr Lieben, nun ist es amtlich... heute kam das Ergebnis des Tupfers. Fussel hat den Calicivirus. Seine Zunge ist im hinteren Teil großflächig böse entzündet und offen. Er speichelt sehr stark und teilweise blutet es auch. Der
arme kleine Kerl muss entsetzliche Schmerzen haben.
Begleitend hat er wohl eine Gelenkentzündung. Kurz nachdem das Speicheln anfing, humpelte Fussel plötzlich ohne ersichtlichen Grund.
Behandelt wird mit Metacam, Antibiotika und L-lysin. Hat jemand noch einen Tipp womit ich Fussi noch etwas Gutes tun kann? Hat jemand Erfahrung mit wiederholten Ausbrüchen?
Zu allem Übel scheint sich Lucie auch angesteckt zu haben. Sie musste gestern in Narkose gelegt werden ( sie lässt sich nicht untersuchen), da sie seit dem Wochenende nicht frisst. Außerdem bewegt sie sich steif. Blut und Röntgenaufnahme war o.B.. Mund und Rachen unauffällig. Sie wird jetzt wie Fussel behandelt.
Ich habe wahnsinnige Angst, dass die Anderen auch noch krank werden. Und meine Streunerchen. ..nicht daran zu denken
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Alt 13.02.2018, 20:00
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Standard AW: Fussel ist positiv auf Calicivirus getestet

Ich kann dir den Ratgeber von Gerd empfehlen. Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem.
__________________
Schäppchen für Fellnasen
 
Alt 14.02.2018, 12:29   #2
Rosi
 
Avatar von Rosi
Standard AW: Fussel ist positiv auf Calicivirus getestet

Du lieber Himmel, das klingt nicht gut.

Leider kann ich Dir nicht weiter helfen. Ich habe gegoogelt, dabei diesen Fachartikel gefunden und erst mal überlegt, ob ich den hier rein stelle. Aber es nutzt ja nichts und vielleicht hast Du ihn selbst schon gelesen.

Es scheint unabdingbar zu sein, die infizierten Katzen von den anderen zu trennen. Ich hatte ja keine Ahnung, dass der Virus derart ansteckend ist, auch bei geimpften Katzen.

http://www.med.vetmed.uni-muenchen.d...nschnupfen.pdf
 
Alt 14.02.2018, 12:42   #3
ChicadelaPalma

 
Avatar von ChicadelaPalma
Standard AW: Fussel ist positiv auf Calicivirus getestet

Ganz furchtbar, Carmen.

Ich habe auch gleich gegoogelt und das gefunden.

Zitat:
„Die Impfung gegen Caliciviren gehört wie die gegen Herpesviren und Katzenseuche zu den Kernimpfungen.“
Wäre es eine Option die anderen Katzen zu impfen?
 
Alt 14.02.2018, 13:39   #4
vilma

 
Avatar von vilma
Standard AW: Fussel ist positiv auf Calicivirus getestet

Carmen, ich hatte dir im anderen Thread was dazu geschrieben, hast du das gelesen?

Hier noch mal reinkopiert:

Zitat:
Zitat von vilma Beitrag anzeigen
Mensch Carmen, bei dir geben sich die Patienten die Klinke in die Hand... unfassbar, wie du das durchhältst! Ich hoffe natürlich für alle das Beste. Läsion auf der Zunge ist großer Mist, hoffentlich kein eG, das wäre echt das Letzte. Mir fiel das "limping kitten syndrome" ein, das im Zusammenhang mit Calici stehen soll. Aber Fussel ist ja kein Kitten...

Edit:
Hier mal lesen:

http://www.norweger-spezial.de/forum...ID=478#post478

Auch ausgewachsene Katzen können betroffen sein. Hat/hatte Fussel Fieber?
Ich würde das LKS zur Vorsicht beim nächsten TA-Termin mal erwähnen.

Lies dir bitte unbedingt durch, was unter dem Link dazu geschrieben steht. Wenn Lucie sich steif bewegt und nicht frisst, klingt das schon nach Ansteckung.
 
Alt 14.02.2018, 13:47   #5
vilma

 
Avatar von vilma
Standard AW: Fussel ist positiv auf Calicivirus getestet

Hier der Einfachheit halber reinkopiert:


Uni Giessen:
Aus der Medizinischen Kleintierklinik. LMU München
Vorstand Prof. Dr. K. Hartmann
Neues zum Katzenschnupfenkomplex
Dr. Bianka Schulz

In mehr als 80 % der Fälle sind das feline Calicivirus (FCV) und das feline Herpesvirus (FHV) ätiologisch am Katzenschnupfenkomplex beteiligt. Primär pathogene bakterielle Katzenschnupfenerreger stellen Chlamydophila felis, Mycoplasma spezies und Bordetella bronchiseptica dar, zusätzlich sind meist unspezifische bakterielle Keime als Sekundärinfektion beteiligt.

FCV und FHV werden durch respiratorische Sekrete in Katzenpopulationen sowohl direkt über Kontakt und Tröpfcheninfektion als auch indirekt über Gegenstände und Personen übertragen und oronasal aufgenommen. Im Gegensatz zu den in der Umwelt wenig haltbaren FHV können FCV bis zu 14 Tage in der Umgebung überleben. Nach Aufnahme replizieren die Viren sich in Epithelien und lymphatischem Gewebe des oberen Respirationstrakts. Dann kommt es, je nach Virusstamm, Impfstatus und Abwehrlage des Wirts entweder zur Eleminierung des Erregers oder zur kurz- oder längerfristigen Ausscheidung, wobei bei beiden Virusspezies ein sogenannter „Carrierstatus“ und damit lebenslange Dauerausscheider entstehen können. Eine Reaktivierung der Ausscheidung kann beim FHV durch Faktoren wie Stress, Trächtigkeit/Laktation oder Glukokortikoide erfolgen, während die Ausscheidung beim FCV eher konstant erfolgt und nicht von einer offensichtlichen Immunsuppression abzuhängen scheint. Die Prävalenz beider Viren in Katzenpopulationen ist abhängig von Faktoren wie Populationsgröße und Hygienestatus und kann bis zu 30 % betragen.

Zwar handelt es sich beim Katzenschnupfen um eine höchst kontagiöse Infektionskrankheit, die Letalität ist jedoch sehr gering. Klinisch zeigen die Katzen Nasen- und Augenausfluss, Niesen, Anorexie und Apathie. Tiere mit einer FCV-Infektion leiden häufig unter ausgeprägten Ulzerationen von Zunge und Gingiva, speicheln und sind anorektisch. Auch beim felinen lymphoplasmazytären Stomatitiskomplex sind Caliciviren ätiologisch beteiligt und lösen eine immunmediierte Antigen-Antikörper-Komplexreaktion aus, die zu den typischen chronischen Entzündungsreaktionen führt. Ein selteneres durch FCV ausgelöstes Symptom ist das „Limping-Kitten Syndrom“, verursacht durch eine milde, selbstlimitierende Polyarthritis. In den letzten Jahren traten sowohl in den USA und England, aber mittlerweile auch in Deutschland Fälle von hochvirulenten FCV-Infektionen auf, die zu schweren systemischen Symptomen mit oft letalem Ausgang führten. Außer den üblichen
Katzenschnupfensymptomen können diese neuen Virusvarianten Ulzerationen der Haut in Gesicht und an den Ballen, Ödeme, hohes Fieber, Pneumonien und Leberzellnekrosen/Ikterus verursachen. Dabei waren von dieser ursprünglich als „hämorrhagisches Fieber“ bezeichneten Form der FCV-Infektion besonders immunkompetente ausgewachsene und geimpfte Tiere in Mehrkatzenhaushalten, Tierheimen und Tierkliniken betroffen.

Bei einer FHV-Infektion besteht in vielen Fällen Augensymptomatik mit Keratitis, Korneaulzerationen, Konjunktivitis und Uveitis, welche unbehandelt zu Korneasequestern,
Verklebungen und zum Verlust des Auges führen können. Selten ist eine FHV-induzierte schwere Dermatitis besonders im Gesichts- und Kopfbereich beschrieben. Bei trächtigen Kätzinnen kann es zum Abort kommen.
Unter den bakteriellen Erregern, die ätiologisch am Katzenschnupfenkomplex beteiligt sein können, werden Chlamydophila felis (ehem. Chlamydia psittaci) und Mykoplasma sp. meist bei Katzen mit Konjunktivitis nachgewiesen, da sich diese Erreger bevorzugt in den Konjunktivalzellen vermehren. Typische klinische Symptome sind Konjunktivitis, Blepharospasmus, Chemosis und Augenausfluss. In seltenen Fällen ist Chlamydophila felis an Pneumonien oder urogenitalen Infektionen beteiligt. Bordetella bronchiseptica kann sowohl bei gesunden Tieren als auch bei Katzen mit respiratorischen Infektionen im oberen Respirationstrakt nachgewiesen werden. Dieser Bakterienspezies wird vor allem eine wichtige Rolle als primär pathogener Erreger von Bronchopneumonien zugesprochen. Beim unkomplizierten akuten Katzenschnupfen ist eine spezifische Erregerdiagnostik in den meisten Fällen nicht nötig. Zum Nachweis einer FCV- oder FHV-Infektion eignet sich die Entnahme von trockenen Tupfern direkt von den Läsionen des Patienten, also beispielsweise den Zungenulzera. Zum Nachweis von Caliciviren eignet sich die Zellkultur, wo das FCV einen zytopathogenen Effekt verursacht. Sowohl für den FCV- als auch für den FHVNachweis hat sich mittlerweile die PCR als sensitive und spezifische Standarddiagnostik etabliert und wird von vielen kommerziellen Einsendelabors routinemäßig angeboten. Bei klinischem Verdacht auf eine Chlamydophila felis-Infektion empfiehlt sich ebenfalls die PCR Diagnostik, in diesem Fall von einem Konjunktivaltupfer.

Therapeutisch sollten Katzen mit einem klinisch manifesten Katzenschnupfen mit einem gut verträglichen Breitspektrumantibiotikum zur Bekämpfung der bakteriellen Sekundärinfektionen und mit zusätzlicher symptomatischer Therapie versorgt werden. Wichtige unterstützende Maßnahmen sind Hydrierung und Ernährung der oft dehydrierten und anorektischen Patienten. Die Infusionstherapie dient dabei nicht nur als kreislaufstabilisierende Maßnahme, sondern unterstützt auch die Verflüssigung von zähen respiratorischen Sekreten. Um eine ausreichende Ernährung der Patienten zu gewährleisten, sollte ein schmackhaftes und weiches Futter angeboten werden, da viele Katzen unter schmerzhaften Ulzerationen in der Maulhöhle leiden. Außerdem profitieren viele Katzen mit schmerzhaften Maulhöhlenläsionen von einer systemischen Schmerztherapie, was in vielen Fällen auch die Futteraufnahme bei diesen Patienten verbessert. Eine direkte antivirale Therapie ist leider wenig Erfolg versprechend. Immunseren (Feliserin®, Serocat®), die virus-neutralisierende Antikörper gegen FHV und FCV enthalten, können sowohl therapeutisch (2 – 4 ml/Katze s.c. an 3 aufeinanderfolgenden Tagen) als auch prophylaktisch (2 – 4 ml einmalig s.c.) vor Aufenthalt in einer Tierpension oder Klinik verabreicht werden.
Zur Prophylaxe stehen verschiedene Lebend- und Totimpfstoffe gegen FHV und FCV zur Verfügung. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass die Impfungen zwar meist vorm Auftreten schwerer klinische Symptome einer viralen Infektion schützen, jedoch weder eine Infektion noch das Auftreten von Dauerausscheidern verhindern oder das Ausscheidungsverhalten der Katzen beeinflussen. Darüber hinaus weist das FCV eine große Variation der
Stämme hinsichtlich Pathogenität und Virulenz auf. Es entstehen somit ständig neue Feldstämme mit neuen antigenen Eigenschaften, gegen welche die kommerziell erhältlichen Impfstoffe wahrscheinlich in vielen Fällen keinen Schutz bieten können.

Anschrift der Verfasserin: Dr. Bianka Schulz, Medizinische Kleintierklinik
 
Alt 14.02.2018, 13:51   #6
vilma

 
Avatar von vilma
Standard AW: Fussel ist positiv auf Calicivirus getestet

Vielleicht könnt ihr Feliserin ausprobieren.

Trinkt und frisst Fussel denn trotz allem ausreichend?

AB und Schmerzmittel sind ja schon im Boot, die sind auch am wichtigsten. Welches AB gebt ihr?
 
Alt 14.02.2018, 15:46   #7
Muffin6
 
Avatar von Muffin6
Standard AW: Fussel ist positiv auf Calicivirus getestet

Danke für die Links und den Artikel.
Ich habe deshalb extra die Fotos reingestellt, da wir mit der Diagnose erst völlig falsch lagen. Wer denkt denn schon an sowas, wenn die Katze humpelt. Während ich auf die Zähne getippt habe, war die Ärztin gleich skeptisch. Leider konnte man die Ulceration erst in der Narkose sehen, da sie sehr weit hinten ist. Somit hat Fussel hier über eine Woche mit dem Speicheln großzügig die Viren verteilt. Separieren also völlig sinnlos.
Alle Katzen sind regelmäßig geimpft. Also scheint es ein neu mutierter Stamm zu sein. Fussel war schon immer sehr abwehrschwach und hat oft Infekte. Sein Herz macht das Ganze nicht besser.
Beide haben Convenia bekommen. Fussel hätte die ersten Tage eh nichts Anderes runter bekommen. Schon die kleine Herztablette ist ein Akt.
Heute morgen hat er das erste Mal mit Appetit gefressen. Ich mansche das Futter schön klein, dann tut es weniger weh. Es scheint wohl etwas besser zu werden.
Lucie ist immer noch schlecht drauf und schläft nur. Fressen nur mit hinterher laufen und dann nicht viel. Aber es geht noch gerade so.
Beiden merkt man deutlich an, wenn sie frisch ihr Metacam bekommen haben. Dann sind sie viel munterer.
Paula hat nach wie vor ein Matschauge. Leider sind wir selbst zu Zweit kaum fähig ihr die Tropfen zu geben. Selbst ganz fest im Handtuch eingewickelt, windet sie sich wie ein Aal.
Ich bin hinterher völlig durch. Ich weiß nicht, wie wir das in Griff bekommen sollen.
Henri hat gestern auch schlecht gefressen. Ich mag gar nicht daran denken, ob er der Nächste ist...
Nur Leopold ist ausnahmsweise mal fit und munter.

Ich habe schon seit meiner Kindheit immer Katzen, aber so etwas habe ich noch nie erlebt. Es ist wirklich ganz entsetzlich und ich hoffe so sehr, dass es Alle gut überstehen
 
Alt 14.02.2018, 18:56   #8
Kalimera
Moderatorin
Standard AW: Fussel ist positiv auf Calicivirus getestet

Oh je, wie schlimm . Das tut mir so leid .
Hier im Ort geht so ein Virus im Moment auch um, das scheint sich schnell zu verbreiten, sowohl bei Freigängern als auch bei Wohnungskatzen (bisher sind aber alle Katzen, von denen ich gehört habe, wieder gesund geworden).

Mehr als Feliserin (auch für die noch gesunden Katzen) fällt mir auch nicht ein. Und vielleicht als Nahrungsergänzung Reconvales tonicum.
Ich drücke ganz fest die Daumen.
 
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