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Warum FIV-infizierte Katzen eine Chance verdient haben

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Alt 03.07.2011, 00:37   #1
vilma

 
Avatar von vilma
Standard Warum FIV-infizierte Katzen eine Chance verdient haben

Da ich selbst Halterin einer FIV-positiven ehemaligen Straßenkatze aus Griechenland bin, die seit einem Jahr mit meinen anderen vier nicht infizierten Katzen zusammenlebt, möchte ich mit diesem Beitrag eine Lanze für „FIVis“ brechen und gleichzeitig ein bisschen Aufklärungsarbeit betreiben, da ich festgestellt habe, dass sich diverse Vorurteile und Fehlinformationen über diese Krankheit hartnäckig halten. Interessanterweise gilt das nicht nur für Katzenbesitzer und Tierschutz-Orgas, sondern auch für viele TÄ, da offenbar nicht alle Kleintierpraxen praktische Erfahrungen mit FIV-Patienten haben.

So raten manche TÄ aus Unwissenheit nach wie vor pauschal zur sofortigen Einschläferung einer infizierten Katze, auch wenn diese (noch) gar keine Symptome zeigt. Bei Olgas stationärer Aufnahme im vergangenen Jahr beteuerte mir die (ansonsten sehr erfahrene) TA-Helferin, sie würde sich nach Feierabend daheim sofort umziehen, ihre Klamotten waschen und alles desinfizieren, um eine Ansteckung ihrer eigenen Katzen zu verhindern... Zu diesem Zeitpunkt war ich selbst noch blutiger FIV-Anfänger, heute fällt mir zu so einer abstrusen Aussage nicht mehr viel ein.


Fakten

In relativer Kürze:

FIV (Felines Immunodefizienzvirus oder Felines Immunschwächevirus), auch als Katzenaids betitelt, ist eine derzeit unheilbare Infektionskrankheit, die in erster Linie bei blutigen Beißereien über den Speichel einer infizierten Katze in die Blutbahn übertragen wird. Der Speichel enthält große Virusmengen. Eine Ansteckung über Blut und Sperma, sprich den Geschlechtsakt, ist ebenfalls möglich; eine Übertragung vom Muttertier auf die Kitten ebenso, wobei diskutiert wird, ob dies bereits im Mutterleib geschieht oder erst nach der Geburt über Milch und Speichel der Mutter.

FIV ähnelt dem humanen Immunodefizienzvirus (HIV) morphologisch und biochemisch (beide gehören zur selben Virus-Familie), unterscheidet sich aber antigenetisch und ist nicht auf den Menschen übertragbar. Das Virus ist empfindlich und stirbt schnell ab, sobald es der Luft ausgesetzt ist. Eine Übertragung über gemeinsam benutzte Futternäpfe (solange keine offenen Wunden etwa im Maul einer nicht infizierten Katze im Spiel sind), Liegeplätze und Katzenklos ist somit weitgehend ausgeschlossen.

Man unterscheidet fünf Virus-Subtypen (A bis E), die in ihrer klinischen Manifestation voneinander abweichen, und vier Phasen der Krankheit, die allerdings oft nicht klar ausgeprägt sind und fließend ineinander übergehen. Bei vielen infizierten Katzen bricht die Krankheit gar nicht aus, d. h. sie zeigen zu keinem Zeitpunkt in ihrem Leben FIV-bedingte Symptome, sondern erreichen ein normales Alter und sterben an nicht FIV-assoziierten Erkrankungen.

FIV-Katzen, bei denen sich Symptome (oft nach langer Latenzzeit) ausbilden, zeigen primär durch das Virus bedingt zB
Stomatitis, Durchfall/Gewichtsverlust, Niereninsuffizienz, Tumoren, Augen- und neurologische Erkrankungen, und/oder durch die Immunschwäche verursachte Sekundärerkrankungen wie rezidivierende, schwer behandelbare Infektionen verschiedener Art, Pilzbefall usw.


Bei einer FIV-Infektion kommt es normalerweise zu einem raschen Antikörpertiter-Anstieg (bei 95% der Katzen nach 2 – 4 Wochen). Getestet werden die Katzen in der Regel zunächst per Schnelltest (ELISA) auf eben diese Antikörper, dafür wird nur wenig Blut gebraucht. Man sollte sicherheitshalber frühestens 60 Tage nach der Ansteckung testen lassen. Fällt dieser Test positiv aus, sollte immer per Western Blot-Verfahren (weist das Virus selbst nach) nachgetestet werden, da die Schnelltests bisweilen falsch positive Ergebnisse liefern!!

Wie oben angedeutet gibt es derzeit keine Heilung für FIV, d. h. das Virus kann nicht eliminiert werden. Eine Therapie sollte daher auf Verbesserung der klinischen Symptome und Kontrolle der Sekundärinfektionen (zB durch gezielte Antibiotika-Gabe) abzielen. Erfolgversprechend bei FIV ist am ehesten felines Interferon; es wird je nach Therapieplan wiederholt in kurzen Abständen per Injektion verabreicht oder auch lokal zB bei Zahnbehandlungen eingesetzt. Eine Erfolgsgarantie gibt es bei dieser Behandlung leider nicht, aber eine Verlängerung der Überlebenszeit und eine Milderung der klinischen Symptome sind möglich.

Einen zugelassenen FIV-Impfstoff gibt es in Europa derzeit nicht. In den USA wird ein Impfstoff angewendet, der aber anscheinend nicht alle Virus-Subtypen erfasst. Zudem bilden die Katzen nach der Impfung Antikörper aus wie bei einer tatsächlichen FIV-Infektion, so dass man im Antikörpertest gesunde nicht mehr von kranken Tieren unterscheiden kann. (Anmerkung: Mir wurde der in den USA erhältliche Impfstoff für meine gesunden Katzen von einem deutschen TA angeboten, ich habe allerdings aus den genannten Gründen abgelehnt.)

Es gibt eine Menge sehr guten Lesestoff zu FIV im Internet, durchweg Links, die mir sehr geholfen haben und die ich euch nicht vorenthalten möchte:

http://www.diavet.ch/d/publikationen...php?NewsId=106

http://www.abcd-vets.org/factsheet/de/index.asp

http://www.kielvet.de/merkblaetter/katze_fiv.htm

http://www.luna-cat.de/cms/include.p...&contentid=158

http://www.katzen-forum.net/infektio...lich-sein.html

http://www.virbac.ch/de/kleintier/vi...onsl-sung.html


Persönliche Erfahrungswerte

Als wir das ca. anderthalbjährige Katzenmädchen Olga aus Athen im Juni 2010 als Wohnungskatze in Pflege nahmen, wusste niemand von ihrer FIV-Infektion, auch nicht der Tierschutzverein, dem sie gehört. Sie kam als Notfall-Pflegi in einer Hals über Kopf-Aktion zu uns und fügte sich schnell und unkompliziert in unsere Katzengruppe ein. Unser Kater Igor war von Anfang an ihr größter Fan, die beiden steckten Tag und Nacht zusammen. Olga selbst ist sehr sozial, verspielt, unendlich neugierig und komplett aggressionsfrei Katzen und Menschen gegenüber – sie fällt den anderen höchstens durch ihre Kaspereien auf den Wecker.

Da Olga von Anfang an sehr schlecht fraß und bei Futter extrem wählerisch war, außerdem mager wirkte und kein gutes Fellbild zeigte, brachten wir sie nach wenigen Wochen Eingewöhnungszeit zum tierärztlichen Check. Obwohl ich lange Jahre Katzenerfahrung habe und diese auch mit kranken Tieren, hatte ich nicht klar erkannt, daß Olga Fieber hatte und am Rande der Austrocknung war. Sie wurde für ein paar Tage stationär aufgenommen und kam an den Tropf. Die TÄ hatte nicht zuletzt aufgrund des Blutbildes recht schnell Verdacht auf FIV; der Antikörpertest war dann auch positiv. Ich fiel aus allen Wolken, denn mir war von Olgas Orga noch vor ihrer Aufnahme durch uns bestätigt worden, daß die Katzen pauschal auf FIV getestet würden... Wie sich nun herausstellte, war die Mitarbeiterin, die mir dies versichert hatte, selber falsch informiert worden. Der Verein zeigte sich extrem betroffen und kam uns letztlich fair entgegen, doch zunächst galt es einmal den Schock zu überwinden und die Frage zu beantworten: Was nun?

Da ich mich mit FIV in der Vergangenheit kaum befasst hatte, war mein Wissen entsprechend gering und ich hatte in erster Linie Angst um meine gesunden Katzen. Ich bin jedoch nicht der Typ, der eine Katze einfach so wieder abgeben kann, nachdem sie einmal eingezogen ist, und Olga hatte sich schon längst in meinem Herzen eingenistet. Ich habe dann sozusagen einen Info-Crashkurs in Sachen FIV gemacht und mich, nicht zuletzt durch die ermutigenden Fakten und die diskrete Fürsprache der TÄ, innerhalb weniger Stunden dazu entschlossen, Olga auf jeden Fall zu behalten. Diesen Entschluss habe ich bis heute nicht eine Sekunde lang bereut.

Durch Olgas sozialen Charakter und die Struktur meiner Katzengruppe herrschen hier beste Voraussetzungen für ein Zusammenleben. Blutige Kämpfe sind nicht zu erwarten, denn zwei meiner Katzen (die beiden Freigänger) sind absolut nicht interessiert an irgendeiner Form von Kontakt, und die anderen zwei sind gut mit Olga befreundet. Der körperliche Kontakt ist allerdings nicht allzu eng, da Olga zu intime Freundschaftsbekundungen lästig findet.

Sie ist die einzige meiner Katzen, die fast ausschließlich Trofu fressen darf – die anderen lauern immer schon auf die besabberten Reste, besonders Igor, der keinen Krümel Trofu umkommen lässt. Er wurde dennoch kürzlich negativ auf FIV getestet, was die Theorie von der gefahrlosen gemeinsamen Nutzung von Futternäpfen (und Klos) bestätigt. Wenn sich einer von Olga hätte FIV einfangen können, dann Igor.

Olga hat sich mittlerweile gut gemacht. Sie vermisst ihr früheres Strassenleben anscheinend nicht und hat keinerlei Ambitionen, nach draußen zu gehen. Momentan hat sie eine recht stabile Appetitphase; frisst und trinkt für ihre Verhältnisse anständig und hat weiches, anliegendes Fell. Seit ihrem Einbruch letztes Jahr hat es gesundheitlich keine ernsthafteren Probleme mehr gegeben, sie ist symptomfrei, wenn man von ihren regelmäßig auftretenden Mäkelphasen absieht, die zugegebenermaßen sehr an die Substanz gehen können. Dick wird sie niemals werden. Ihre Zähne dürften mittlerweile behandlungsbedürftig sein, was Zahnstein angeht – ich zögere noch etwas wegen der Narkose, doch die müsste sie eigentlich wegstecken können, denn sie wirkt insgesamt fit und agil. Eine Interferon-Therapie haben wir ebenfalls anvisiert, wobei ich aufgrund der TA-Situation hier vor Ort auch damit noch immer zögere...


Fazit

FIV-Katzen werden meiner Meinung nach in den meisten Fällen völlig zu Unrecht „diskriminiert“. Die Tierheime stecken voll mit FIVis, die niemand aufnehmen möchte, weil zumeist das nötige Hintergrundwissen fehlt und die Angst vor Ansteckung (fast immer unbegründet) und horrenden TA-Kosten (unter Umständen verständlich) zu groß ist.

Im Vergleich zu FeLV und Katzenseuche ist das FI-Virus geradezu harmlos, denn es verbleibt in der Katze, solange es nicht zu ernsthaften Kämpfen oder dem Geschlechtsakt kommt. Das bedeutet, je nach Katze ist das Risiko weitgehend kalkulierbar. Potente Kater oder schlecht sozialisierte bzw. aggressive Tiere sind verständlicherweise eine Risikogruppe, was die Übertragung angeht. Dem kann man jedoch gut entgegenwirken, indem man die Katzen pauschal kastrieren lässt oder auch, falls das Tier es ausdrücklich „verlangt“, auf Einzelhaltung (ohne Freigang) ausweicht. Oder gleich zwei oder mehr FIVis gemeinsam aufnimmt.

Hinsichtlich der Aufnahme von offensichtlich sozialisierten FIV-Katzen in eine gesunde Gruppe kann ich jedem nur Mut machen – traut euch, einen FIVi aufzunehmen, es ist wärmstens zu empfehlen. Mag sein, dass man eine gewisse Hemmschwelle erst überwinden muss, aber die guten Erfahrungen der Dosis, die infizierte und nicht infizierte Katzen zusammenhalten, sprechen für sich.

Mir hat es sehr geholfen, in medizinischen Publikationen zu schmökern, denn nichts killt die Angst so gut wie nüchterne wissenschaftliche Fakten!

Ich würde mich freuen, wenn ein paar von euch noch mehr Informationen oder eigene Erfahrungswerte beisteuern würden, damit endlich mal ein bisschen positive Stimmung für FIVis gemacht wird. Ich jedenfalls wäre jederzeit wieder bereit, eine infizierte Katze aufzunehmen, insofern es meine persönlichen Verhältnisse erlauben...
 
Alt 03.07.2011, 00:37
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Standard AW: Warum FIV-infizierte Katzen eine Chance verdient haben

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Alt 03.07.2011, 01:04   #2
vilma

 
Avatar von vilma
Standard AW: Warum FIV-infizierte Katzen eine Chance verdient haben

Wer Olgas Geschichte lesen mag:

https://www.katzen-links.de/katzenfo...d.php?t=143869
 
Alt 03.07.2011, 11:50   #3
Elena78
Standard AW: Warum FIV-infizierte Katzen eine Chance verdient haben

Also erst mal im Bezug auf eine Krankheit von Diskriminierung zu sprechen finde ich total blöd.

Die Viren werden in der Regel durch Kopulation, Beissen oder auch durch kratzen übertragen. Das ist z.b ein Punkt der nicht unüblich ist und auch realtiv häufig vorkommt. Der Erreger ist an der Luft mehrere Stunden aktiv.

Man muß aber mal eines sagen. Solange das Immunsystem gut funktioniert, ist das alles kein Problem. Und es bricht auch nicht bei jeder Katze aus. Meine Freundin hat 2 FIV Katzen, beide kommen damit ganz unterschiedlich zurecht. Die eine ist immer krank und fast dauerhaft in Behandlung. Und der Kater hat null Symptome. Und ich muß sagen die Katze ist relativ teuer in der Behandlung. Daher auch ein Punkt den man sich gut überlegen muß. Ich habe meine Freundin schon mehrfach finanziell unterstützt. Da es für sie einfach zu teuer ist. Relativ häufig kommen nämlich Tumore vor, die dann operiert werden müssen. Von daher sollte man sich die Anschaffung gut überlegen. Rein aus finanziellersicht.

Ich bin nicht gegen FIV Katzen. Und ich streichel sie auch und gehe völlig normal damit um. Und das Risiko das ich meine Katzen darüber infiziere ist wirklich nahezu ausgeschlossen. Aber untereinander eben nicht. Und ich finde dieses darf man nicht schön reden. Aufklärung ist wichtig. Ich glaube auch das viel mehr Katzen den Virus in sich tragen ohne das die Besitzer das wissen.
 
Alt 03.07.2011, 13:10   #4
vilma

 
Avatar von vilma
Standard AW: Warum FIV-infizierte Katzen eine Chance verdient haben

Zitat:
Zitat von Elena78
Also erst mal im Bezug auf eine Krankheit von Diskriminierung zu sprechen finde ich total blöd.
Was ist daran blöd? Daß FIV-Katzen bei der Vermittlung sehr schlechte Karten haben und von potenziellen Interessenten fast immer übergangen werden, ist Fakt, daran ist nicht zu rütteln. Allein bei uns im TH sitzt eine ganze Abteilung gesteckt voll mit FIV-Katzen, die meisten davon bereits seit Jahren. Frag mal andere Orgas, wie das bei denen aussieht, die werden dir auch nichts anderes erzählen, als daß FIV-Katzen quasi unvermittelbar sind. Für mich ist das durchaus Diskriminierung einer bestimmten Gruppe, was auch immer die Gründe sein mögen.

Zitat:
Zitat von Elena78
Die Viren werden in der Regel durch Kopulation, Beissen oder auch durch kratzen übertragen.
Das mit dem Kratzen ist kompletter Blödsinn. Wie soll denn das Virus über die Krallen in die Blutbahn der anderen Katze gelangen, wenn an der äußeren Hornhülle überhaupt keine Viren sitzen?! Das ist genau die Art von Halbwissen, die gern verbreitet wird, obwohl sie jeder Grundlage entbehrt! Es ist doch nicht die ganze FIV-Katze ein einziges Erregerbündel! Ich empfehle dir ganz ernsthaft, dich mal durch die obigen Links zu lesen, dann wird dir aufgehen, daß Kratzen garantiert nicht zu den Übertragungswegen gehört.

Zitat:
Zitat von Elena78
Man muß aber mal eines sagen. Solange das Immunsystem gut funktioniert, ist das alles kein Problem. Und es bricht auch nicht bei jeder Katze aus. Meine Freundin hat 2 FIV Katzen, beide kommen damit ganz unterschiedlich zurecht. Die eine ist immer krank und fast dauerhaft in Behandlung. Und der Kater hat null Symptome. Und ich muß sagen die Katze ist relativ teuer in der Behandlung. Daher auch ein Punkt den man sich gut überlegen muß. Ich habe meine Freundin schon mehrfach finanziell unterstützt. Da es für sie einfach zu teuer ist. Relativ häufig kommen nämlich Tumore vor, die dann operiert werden müssen. Von daher sollte man sich die Anschaffung gut überlegen. Rein aus finanziellersicht.
Nichts anderes habe ich oben geschrieben. Es ist sicherlich gut, daß du die finanzielle Seite noch mal betonst, aber ich frage mich schon, ob du meinen Beitrag überhaupt genau gelesen hast.

Zitat:
Zitat von Elena78
Ich bin nicht gegen FIV Katzen. Und ich streichel sie auch und gehe völlig normal damit um. Und das Risiko das ich meine Katzen darüber infiziere ist wirklich nahezu ausgeschlossen. Aber untereinander eben nicht. Und ich finde dieses darf man nicht schön reden. Aufklärung ist wichtig. Ich glaube auch das viel mehr Katzen den Virus in sich tragen ohne das die Besitzer das wissen.
Ich habe überhaupt nichts schöngeredet, das wollen wir doch bitte mal festhalten. Ich habe meine persönlichen Erfahrungswerte hier aufgeschrieben und mich bei anderen Dosis hier und in anderen Foren informiert, die ebenfalls gemischte Gruppen halten, und alle sagen das Gleiche. Wenn die Katzen sich untereinander vertragen, ist das Risiko einer Ansteckung so gut wie null. Offenbar ist damit noch keiner, mit dem ich gesprochen habe, auf die Nase gefallen. Natürlich kannst du keine 100prozentige Garantie kriegen, aber die kriegst du auch in anderen Belangen deines Lebens sehr selten, also muß letztlich jeder selbst entscheiden, was er tut oder nicht tut. Sich vorab gründlich zu informieren, kann bei einer solchen Entscheidung sehr hilfreich sein.

Wenn du aufklären willst, dann halte dich an Fakten und schreibe bitte nicht solche Sachen wie "FIV wird durch Kratzen übertragen", denn das ist unseriös und der Sache eben nicht dienlich. Für mich gehört das in die Abteilung Panikmache, und genau davon gibt es in Bezug auf FIV schon mehr als genug.

Übrigens ist unklar, wie lange das FI-Virus an der Luft überleben kann. Die Meinungen reichen von wenigen Sekunden bis hin zu Stunden, je nach veterinärmedizinischer Quelle.
 
Alt 03.07.2011, 13:26   #5
Hjalka
Standard AW: Warum FIV-infizierte Katzen eine Chance verdient haben

Hallo zusammen

Ich muss sagen, ich persönlich würde das auch schon als Diskriminierung betrachten, denn wie Vilma so treffend schrieb, werden FIV-Fellchen im TH meist übersehen, aus Angst vor Ansteckung der vielleicht gesunden andren Fellchen zu Hause, oder wegen der TA Kosten die durchaus auf einen zukommen könnten, sollte FIV auch zum Ausbruch kommen. Oder schlicht und ergreifend, weil man ( Aus Unwissendheit von Leuten, die vielleicht zum 1. Mal eine Katze holen und sich nicht über FIV Informiert haben- Nur eine Vermutung! ) lieber eine gesunde Katze hat, als eine kranke.

Fakt ist, dass die TH in der Tat voll sind mit FIV-Fellchen und diese dort auch über Jahre leben müssen, weil sich ihrer keiner annehmen möchte, eben wegen der sinnlosen Panikmache und falsche /fehlerhafte oder nur teilweise Informationen über FIV-Positive Fellchen.

Ich selbst hatte damals, als ich noch bei meinen Eltern gewohnt hatte einen FIV-Positiven Kater. Moritz hat 5 Jahre ohne irgendwelche Symptome gelebt bei uns und dann von Knall auf Fall ist es dann ausgebrochen.
Sicher war ich erschrocken, als unsere TÄ mir sagte, er hätte 'Katzenaids', aber sie klärte mich auf, dass es nicht auf den Mensch übertragbar sei und hat mir geraten mich weiter über FIV-Positive Katzen im Internet zu informieren und hat mir auch so noch einiges erklärt zu dem Thema, was sich mit dem deckt, was Vilma in ihrem Eingangspost geschrieben hat.
Es ging danach zwar rapide Bergab mit meinem Mäuschen und eine Woche, bevor ich ihn hab erlösen lassen von meiner TÄ, wurde noch zusätzlich Leukose diagnostiziert.

Und ich kann jedem nur empfehlen, sich eingehend mit dem Thema auseinander zu setzen und FIV-Fellchen nicht so sehr ins Abseits zu schieben, sie haben es verdient, ein liebevolles zu Hause zu bekommen!
 
Alt 03.07.2011, 13:35   #6
Elena78
Standard AW: Warum FIV-infizierte Katzen eine Chance verdient haben

Stimmt nicht, da muß ich dir klar widersprechen. Die Übertragung durch Kratzen ist sehr wohl möglich. Zum einen kann es beim Kratzen zu Verletzungen an den Gefässen kommen, dh. beim Schlag wird die Kralle verletzt und blutet. Es kann direkt die Kralle verletzt sein. Aber es kann auch sein, dass sie Katze sich zuvor die Krallen geputzt hat und nun Speichel an der Kralle sitzt. Die Infos habe ich übrigens von Tiho Hannover. Dort hat man uns gesagt, das der Erreger ca. 8-12 Stunden an der Luft aktiv ist.

Da brauche ich keine Links zu lesen, sondern habe die Inforamtionen direkt von einer Fachkundigen Quelle.
 
Alt 03.07.2011, 13:39   #7
vilma

 
Avatar von vilma
Standard AW: Warum FIV-infizierte Katzen eine Chance verdient haben

Danke für deinen Erfahrungsbericht, Denise!

Du hast offenbar eine FIV-erfahrene TÄ für Moritz gehabt, das ist viel wert. Wenn noch Leukose im Spiel ist, ist es natürlich wirklich schlimm.

Es ist schon so, daß man einen gewissen Idealismus mitbringen muss, um einen FIVi aufzunehmen, aber ich finde definitiv, daß es sich lohnt. Man muss sich nur im Klaren darüber sein, daß es eine teure und auch emotional heftige Angelegenheit werden KANN - das ist ein Punkt, bei dem ich Elena78 zustimme.
 
Alt 03.07.2011, 13:54   #8
vilma

 
Avatar von vilma
Standard AW: Warum FIV-infizierte Katzen eine Chance verdient haben

Zitat:
Zitat von Elena78
Stimmt nicht, da muß ich dir klar widersprechen. Die Übertragung durch Kratzen ist sehr wohl möglich. Zum einen kann es beim Kratzen zu Verletzungen an den Gefässen kommen, dh. beim Schlag wird die Kralle verletzt und blutet. Es kann direkt die Kralle verletzt sein. Aber es kann auch sein, dass sie Katze sich zuvor die Krallen geputzt hat und nun Speichel an der Kralle sitzt. Die Infos habe ich übrigens von Tiho Hannover. Dort hat man uns gesagt, das der Erreger ca. 8-12 Stunden an der Luft aktiv ist.

Da brauche ich keine Links zu lesen, sondern habe die Inforamtionen direkt von einer Fachkundigen Quelle.
Klar ist die TiHo Hannover fachkundig; die Links, die ich gesetzt habe, sind aber auch keine Laien-Websites, wenn man von dem Forumslink mal absieht.

Das Szenario, das die TiHo darstellt, ist rein theoretisch möglich, aber wird es normalerweise auch so im Detail erklärt? Wohl kaum, und übrig bleibt dann die Info, daß FIV durch Kratzen übertragbar ist. Ich finde das ohne Zusammenhang irreführend.

Daß das Virus 8 - 12 Stunden an der Luft aktiv bleiben soll, ist wie gesagt eine fachliche Meinung von mehreren. Ich persönlich halte das für zu lange, aus meiner eigenen Erfahrung heraus, aber wer bin ich schon im Vergleich zur TiHo! Werde bei Gelegenheit mal die Meinung meiner Fachärztin dazu einholen.
 
Alt 03.07.2011, 13:55   #9
Hjalka
Standard AW: Warum FIV-infizierte Katzen eine Chance verdient haben

In dem Punkt, dass diese Situation emotional sehr heftig und teuer werden KANN, stimme ich mit euch überein. Denn das war es, im bezug auf den emotionalen Teil. Über den Kostenpunkt kann ich leider nichts sagen bei meinem Fall damals, da die TA Kosten von meinen Eltern getragen wurden.

Zitat:
Die Infos habe ich übrigens von Tiho Hannover. Dort hat man uns gesagt, das der Erreger ca. 8-12 Stunden an der Luft aktiv ist.

Da brauche ich keine Links zu lesen, sondern habe die Inforamtionen direkt von einer Fachkundigen Quelle.
Erst mal hatte Vilma , ich glaube sogar zweimal geschrieben, dass jeder TA, TH etc pp andere Aussagen über das Überleben an der Luft der FIV-Viren macht, weil es eben nicht klar erwiesen zu scheint, wie lange das nun wirklich so ist.

Zum anderen finde ich es eher schade, dass du es ablehnst, dich über die hier eingestellten Links von Vilma zu informieren und dich auf deine Fachkundige Quelle berufst.
 
Alt 03.07.2011, 13:57   #10
Maggie+Bart

Standard AW: Warum FIV-infizierte Katzen eine Chance verdient haben

Ich habe noch nie gehört, dass FIV über Speichel übertragen wird...
Wenn dem so wäre könnte man keinesfalls gemischte Gruppen halten und auch du, Elena, solltest die Katzen deiner Bekannten nicht streicheln, denn er Erreger überlebt ja, wie du sagst (ich selbst hab keine Ahnung), mehrere Stunden an der Luft.
 
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