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FIP oder doch nicht?

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Alt 01.10.2017, 22:48   #1
JoJoBa
Standard FIP oder doch nicht?

Hallo, ich bin das erste Mal in diesem Forum. Beweggrund ist, dass bei meinem 15 Jahre alten Kater vor 2 1/2 Wochen FIP diagnostiziert worden ist. Laut allem, was ich bis jetzt gehört und gelesen habe, sollte er eigentlich schon tot sein, aber es geht ihm relativ gut. Daher rührt meine Frage, ob
das überhaupt möglich ist.

Er hatte alle Symptome, die auf FIP hinweisen: Fressunlust, öfteres Erbrechen, Kot einmal zu dick, dann wieder schleimig, Trägheit, Abmagerung, fast 41 Grad Fieber und einen geschwollenen Bauch. Die Tierärztin hat obendrein noch eine leichte Gelbfärbung im Innenlid seiner Augen festgestellt und Blut abgenommen. Das Blut wieß zu wenige rote Blutkörperchen auf und hatte eine zu schnelle Blutsenkung. Der Bluttest ergab beim FCoV Wert 1:400 hgr. positiv.

Jetzt sind 2 1/2 Wochen vergangen, er hat kein Fieber, erbricht nicht mehr oft, ist etwas agiler geworden, frißt (aber nur Katzensticks von beliebiger Sorte) UND der geschwollene Bauch ist fast verschwunden.

Was sind Eure Gedanken dazu? Kann das FIP sein oder weist der Krankheitsverlauf auf etwas anderes hin? Die zweite Frage, die mir akut noch viel wichtiger scheint: Warum frisst er diese Katzensticks und sonst fast nichts? Was ist in diesen Sticks so Besonderes? Er ist sehr abgemagert und braucht dringend Nahrung. Die Sticks können keine Dauerlösung sein.
 
Alt 01.10.2017, 22:48
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Standard AW: FIP oder doch nicht?

Ich kann dir den Ratgeber von Gerd empfehlen. Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem.
__________________
Schäppchen für Fellnasen
 
Alt 02.10.2017, 21:48   #2
Josy1988
 
Avatar von Josy1988
Standard AW: FIP oder doch nicht?

Erst einmal Herzlich Willkommen

Zitat:
Beweggrund ist, dass bei meinem 15 Jahre alten Kater vor 2 1/2 Wochen FIP diagnostiziert worden ist
Als FIP-Diagnose würde ich das erstmal nicht bezeichnen.

Einen positiven Corona-Titer haben sehr viele Katzen und die haben nicht alle auch FIP. FIP entsteht nur, wenn die Corona-Viren mutieren.

Es gibt einen Test, bei dem man einige dieser typischen Mutationen nachweisen kann. Ist dieser Test positiv, dann kann man auch davon ausgehen, dass es FIP ist. Leider kennen/machen viele Tierärzte diesen Test nicht, sondern "diagnostizieren" FIP einfach so.

Die Symptome deuten teilweise schon auf FIP hin, aber auch andere Erkrankungen kommen in Frage. Wurde noch in eine andere Richtung untersucht?
Andere Blutwerte, Kot-Untersuchung (Giardien etc.)?

Würde mir auf jeden Fall noch mal eine zweite Meinung holen.

Zitat:
Er ist sehr abgemagert und braucht dringend Nahrung. Die Sticks können keine Dauerlösung sein.
Kannst du die Sticks unter normales Futter mischen? Evtl. etwas klein bröseln und drüber streuen.
Wie sehen seine Zähne aus? Bekommt er sonst Trocken- oder Nassfutter?
Vielleicht lassen sich die Sticks besser kauen...

Frag deinen TA mal nach Reconvales. Das ist eine Flüssigkeit, die alle wichtigen Nährstoffe enthält, davon braucht eine Katze nur einige Milliliter, um ihren Tagesbedarf zu decken. Das wäre sonst vielleicht auch eine Übergangslösung.
 
Alt 03.10.2017, 10:40   #3
Simpat

Standard AW: FIP oder doch nicht?

Was hat der Kater an Medikamenten bekommen. Wenn es von alleine wieder besser geworden ist, wäre dass ein Hoffnungsschimmer. Ist noch was von der Gelbfärbung am Auge oder den Schleimhäuten zu sehen?

Einiges was du hier geschildert hast spricht schon für Fip, Fieberschübe, Leberprobleme (Gelbfärbung), geschwollener Bauch usw.

Welche Untersuchungen genau wurden gemacht? Blutbild mit Elektrophorese? Hier wäre die Ermittlung des genauen A/G-Quotienten wichtig, dass ist aussagekräftiger als der Corona-Titer.

Wurde er am Bauch punktiert und die Flüssigkeit untersucht oder ist es keine Flüssigkeit gewesen? Wurde ein Ultraschall gemacht?

Hat er Medikamente zur Entwässerung und Antibiotika bekommen? Für Fip typisch wäre wenn Entwässerungsmittel und Antibiotika keine große Wirkung zeigen, allerdings kann durch die Gabe von hochdosierten Cortison manchmal eine vorrübergehende Besserung eintreten.

Da Fip auch recht untypisch verlaufen kann ist es schwer zu diagnostizieren.

Zitat:
Zitat von Josy1988 Beitrag anzeigen
Frag deinen TA mal nach Reconvales. Das ist eine Flüssigkeit, die alle wichtigen Nährstoffe enthält, davon braucht eine Katze nur einige Milliliter, um ihren Tagesbedarf zu decken. Das wäre sonst vielleicht auch eine Übergangslösung.
Da schließe ich mich an und dann ist es wichtig, dass er so schnell wie möglich wieder zum fressen anfängt.
 
Alt 04.10.2017, 00:14   #4
JoJoBa
Standard AW: FIP oder doch nicht?

Hallo und danke für Eure ausführlichen Antworten. Ich werde heute eher knapp antworten, da ich einen anstrengenden Tag hinter mir habe und schon sehr müde bin.

Zitat:
Wurde noch in eine andere Richtung untersucht? Andere Blutwerte, Kot-Untersuchung (Giardien etc.)?
Zitat:
Welche Untersuchungen genau wurden gemacht? Blutbild mit Elektrophorese? Hier wäre die Ermittlung des genauen A/G-Quotienten wichtig, dass ist aussagekräftiger als der Corona-Titer.
Wurde er am Bauch punktiert und die Flüssigkeit untersucht oder ist es keine Flüssigkeit gewesen? Wurde ein Ultraschall gemacht?
Es wurde nur sein Blut untersucht. Ob sein Blutbild mit Elektrophorese untersucht wurde, kann ich nicht sagen. Kot wurde nicht untersucht, Bauch wurde nicht punktiert, Ultraschall wurde auch nicht gemacht.

Im Laborbefund sind schon einige Werte aus dem Rahmen. Wenn es vorteilhaft ist, kann ich den Laborbefund einscannen und attachen.

Er hat keine Medikamente bekommen und ich kann nicht wirklich sagen, dass sein Zustand besser geworden ist. Seine Krankheit wirkt nicht mehr so akut sondern ist seit knapp über einer Woche eher stabil. Er verliert nur schrittweise an Kraft, da er zu wenig Nahrung zu sich nimmt bzw. auch manchmal wieder alles erbricht. Ich selbst kann keine gelbfärbung an seinen Schleimhäuten feststellen. Er hat keine Medikamente zur Entwässerung bekommen.

Zitat:
Kannst du die Sticks unter normales Futter mischen? Evtl. etwas klein bröseln und drüber streuen.
Die Sticks kann ich schon unter normales Futter mischen. Ich habe nur Angst, dass er die dann auch nicht mehr frisst. Und auf der anderen Seite denke ich mir, dass mein Kater instinktiv vielleicht genau das richtige macht, dass er nur die Sticks frisst, weil sie genau das richtige im Moment sind. Vielleicht hat ihn diese "Wahl" am Leben erhalten. Er erbricht auch eher, wenn er etwas anderes als die Sticks frisst. Ich hoffe, Du verstehst meine Gedanken und Sorgen. Ich möchte in der Situation nichts falsch machen. Das würde er vielleicht nicht überleben.
Zitat:
Wie sehen seine Zähne aus? Bekommt er sonst Trocken- oder Nassfutter?
Backenzähne hat er seit 6 Jahren nicht mehr. Sein Vorbesitzer hat ihn hauptsächlich mit Supermarkt-Fraß gefüttert. Der Zucker hat seine Zähne ruiniert und er hatte Mundgeruch und Schmerzen beim Fressen, darum wurden ihm alle gezogen. Seine Eckzähne sind schon ziemlich dunkelgelb. Im Gesundheitszustand bekommt er Trocken- und Nassfutter.

Zitat:
Reconvales
Werde ich versuchen, aufzutreiben. Ich habe auch woanders über Calo-Pet Paste gelesen. Was haltet Ihr davon?
 
Alt 04.10.2017, 08:10   #5
Simpat

Standard AW: FIP oder doch nicht?

Dann sollte der Kater umgehend in eine Tierklinik und weitere Untersuchungen gemacht werden, damit man je nach Diagnose ihn entsprechend behandeln kann. Bei den Blutwerten gibt es für Fip typische Verschiebungen bei den Eiweißen und Globulinen, dass kann dir dein TA anhand des Blutbilds erklären.

Falls es wirklich Fip ist, musst du ihn gut beobachten, wie lange er noch Lebensqualität hat und dann zeitnah erlösen lassen, damit er nicht zu sehr leidet. Er muss unbedingt wieder fressen und zu Kräften kommen, wenn nicht..............

Ich verstehe nicht, warum er keine Medikamente bekommen hat, auch die Zähne würde ich noch einmal anschauen lassen, nicht dass er deswegen nicht frisst.
 
Alt 04.10.2017, 16:52   #6
bubble
Standard AW: FIP oder doch nicht?

Hallo,

ich würde mir an deiner Stelle das komplette Blutbild geben lassen. Hab selbst schon eine Katze an FIP verloren. Unsere Zweite hatte kurz danach einen Titer von 1.2000. Das ganze ist 5 Jahre her. Heißt: Der Titer ist niemals allein ausschlaggebendes Kriterium, denn dieser sagt nur, dass deine Katze den Coronavirus in sich trägt. Um FIP zu bekommen, muss dieser im Körper der Katze mutieren und das lässt sich nur mit einer Kombination aus Symptomen und Blutwerten sagen.

Hier ist eine gute Zusammenfassung:

http://www.catgirly.info/Krankheiten...tersuchung.htm
 
Alt 04.10.2017, 21:02   #7
JoJoBa
Standard AW: FIP oder doch nicht?

Hier ist der Laborbefund der Blutuntersuchung. Laborbefund.pdf
 
Alt 04.10.2017, 21:23   #8
Simpat

Standard AW: FIP oder doch nicht?

Bin leider nicht sehr gut im Blutbild lesen und wenn ich es richtig sehe, dann wurde auch keine Elektrophorese gemacht, aber falls ich mich nicht täusche ist es schon so, dass die Globuline erhöht und Albumin niedriger als normal sind, dass spricht dann leider für Fip, aber ohne Gewähr, kann mich auch täuschen, da haben andere mehr Erfahrung. Man kann es aber auch nicht allein daran festmachen, ich würde mir da noch eine zweite tierärztliche Meinung einholen.
 
Alt 04.10.2017, 21:56   #9
chilli 1
Moderator(in)

 
Avatar von chilli 1
Standard AW: FIP oder doch nicht?

Das ist keine Elektrophorese und die Globuline können auch bei anderen Erkrankungen erhöht sein, es ist halt die Frage, welche Fraktion erhöht ist.
(bei FIP- Verdacht sind es die Gammaglobuline)

Deshalb auch eine Elektrophorese und die Bestimmung des Albumin/Globulin-Quotienten.(A/G Quotient)

Ein wichtiges Kriterium bei FIP ist die Rivaltaprobe aus dem Punktat bei vorhandener Flüssigkeit im Bauchraum.

Was mir bei diesem Blutbild fehlt ist der fPLI, es könnte sich auch um eine Pankreatitis handeln, die kann auch mal mit Flüssigkeitsansammlungen einher gehen.

Dazu passt dann auch die leichte Anämie,

könnte aber durchaus noch andere Ursachen haben,

hier ist weitere Diagnostik gefragt.

Gute Besserung und alles Liebe,



Liz
 
Alt 08.10.2017, 23:25   #10
JoJoBa
Standard AW: FIP oder doch nicht?

Hallo, danke Euch allen für Eure engagierten Kommentare. Ich habe die letzten Tage viel gearbeitet und war öfters in irgendwelchen Tierhandlungen und habe die verschiedensten Futtersorten zusammengesammelt. Ich habe auch über die Apotheke eine Calo-Pet Paste besorgt. Das mit der Nahrungsaufnahme ist das größte Problem. Reguläres Futter verweigert er komplett, er frisst nur mehr den Sondermüll unter den Katzennahrungsmitteln, aber ich bin froh, wenn er irgendetwas zu sich nimmt. Es ist dann immer eine Gratwanderung, denn wenn er zu viel frisst, übergibt er sich wieder. Zwei mal am Tag erhält er eine Mischung aus der Calo-Pet Paste und einer anderen Paste von Grim Cat. Calo-Pet alleine frisst er nicht.

Mit der Tierärztin habe ich auch noch einmal telefoniert. Ich habe sie über seinen Zustand und die Veränderungen informiert. Für sie ist es FIP und daran gibt es keinen Zweifel. Ich schätze, ich werde nicht mehr zu ihr hin gehen. Ich werde mir woanders her eine zweite Meinung einholen.

Liebe Grüße
Jochen
 
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