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Ernährungsforschung bei der Katze

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Alt 11.06.2007, 17:25   #1
Katzenfan
Ehren-Mitglied

Ausrufezeichen Ernährungsforschung bei der Katze

Hallo zusammen,

das Thema Fertigfutter wird in diesem Forum immer wieder stark diskutiert.

Um sich ein tieferes Basiswissen über die Entwicklung der Ernährungsforschung bei der Katze anzulesen empfehle ich die INAUGURAL-DISSERTATION zur Erlangung des Grades einer Doktorin der Veterinärmedizin (Dr. med. vet.) durch die Tierärztliche Hochschule Hannover, vorgelegt von Frauke Siewert aus Neuss Hannover 2003.

Entwicklung der Ernährungsforschung bei der Katze (bis 1975)
http://elib.tiho-hannover.de/dissert...wertf_ws03.pdf

Zugegeben, die über 300 Seiten lange Dissertation ist keine leichte Kost und nicht mal so nebenbei lesbar aber vielleicht wird dann auch bewusst das sich große Futtermittelhersteller nicht wie oft behauptet, auf das zusammenpanschen
von Müll beschränken und einige Firmen auf über 50 Jahre Erfahrung und Forschung stützen.

Ebenso machen die körperlichen Besonderheiten einer Katze und das Zusammenspiel komplexer Wechselwirkungen deutlich das "Barfen" nicht in ein paar Tagen und auf Basis von Mitglieder-Erfahrungen erlernt werden kann. In der Dissertation wird ebenfalls deutlich welche Elemente eine Katze benötigt, welche nicht und vor allen Dingen wie es zu diesen Erkentnissen gekommen ist. In meinen Augen, insgesamt gesehen, eine zuverlässigere Informationsquelle als diverse Webseiten/Shops die Pülverchen anbieten...

Und nein, ich werde nicht von der Futtermittelindustrie bezahlt.

Leseprobe:

Die Entwicklung geeigneter Futterrationen für Katzen hatte verschiedene Motive. Mit einsetzender verstärkter Forschung des 20. Jh. galt es zunächst eine optimierte Laborkatzenernährung, die sowohl den nutritiven als auch ökonomischen Aspekten gerecht wird, zu entwickeln (DAWSON und KOSTERS 1944, HALL und PIERCE 1934, KREHL und WELT 1948). Die Erkenntnis, dass die Zusammensetzung der Nahrung eine verfälschende Wirkung auf Versuchsergebnisse haben kann, treibt die Forschung zusätzlich an.

Außerdem steigt, durch die Zunahme von in städtischen Haushalten lebenden und auf eine Zufütterung angewiesenen Katzen, auch der Bedarf nach geeigneten Fertigfuttermitteln in den privaten Haushalten. Die Futtermittelindustrie erkennt das in diesem Zuwachs liegende ökonomische Potential und fördert mit großem Interesse die Entwicklung geeigneter
Fertigfutter für die Katze. In England produziert MARS ab 1958 die erste Katzennahrung unter dem Markennamen Whiskas, zunächst als Dosenfutter und, mit deutlicher Verzögerung, 1980 auch als Trockenfutter. In den 70er Jahren bringt HILLS in den USA die Prescription Diet Feline als Dosenfutter auf den Markt. 1981 folgt IAMS mit der Produktion eines
Trockenfutters für Katzen; das Diätdosenfutter folgt erst 1990. Die Klärung ernährungsbedingter Krankheiten war für die Erforschung des Ernährungsbedarfs der Katze ebenfalls bestimmend. Krankheiten, wie das Feline Urologische Syndrom oder die Osteomalazie, sind Grundlage für intensive ernährungsphysiologische Studien und die Entwicklung von Diätfuttermitteln.
 
Alt 11.06.2007, 17:25
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Ausrufezeichen AW: Ernährungsforschung bei der Katze

Ich kann dir den Ratgeber von Gerd empfehlen. Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem.
__________________
Schäppchen für Fellnasen
 
Alt 11.06.2007, 18:49   #2
Munkel

Standard AW: Ernährungsforschung bei der Katze

---
 
Alt 11.06.2007, 18:57   #3
Munkel

Standard AW: Ernährungsforschung bei der Katze

Na ja, Volker ...

... wenn ich das
Zitat:
Für die vorliegende Arbeit wurde die wissenschaftliche Literatur über die einleitend genannten Themenbereiche aus dem 19. und 20. Jh. bis 1975 gesammelt.
lese, will ich doch hoffen, daß sich da in über 30 Jahren weiterer Forschung noch einiges an neuerem Wissen über Katzen und deren Ernährung angesammelt hat ?

Wenn ich an die Futtermittel denke, die unsere erste Kätzin, Medi (1972-1990), erhalten hat, bin ich mir schon ziemlich sicher, daß damals noch keine so extreme Profitgier wie heute einen derartig primären Einfluß auf die Futtermittel hatte. Bin ja alt genug, mich noch an die Vor-Globalisierungszeit zu erinnern . Wiskhas von heute scheint mir mit dem von vor 30 Jahren wirklich nicht mehr vergleichbar.

Und, wenn ich meinen Mäusefressern so zusehe, kann ich echt nicht von der Hand weisen, daß Barf wohl der natürlichen Nahrung einer Katze am Nächsten kommt, sorry. Sicher nicht perfekt, aber Mäuse fangen müssen sie schon noch selber. Daß man an Barf nicht leichtfertig 'rangeht, setze ich allerdings schon voraus. Leider gibt es genau zu Barf viel zu wenig fundierte Dissertationen oder Fachlektüre ... da frag' ich mich schon, warum wohl ? Und warum wohl so viele TAs so kategorisch der Futtermittelindustrie zureden, u. A. auch der meine ? Aber ich seh’ ja, was da an RC und Hills über die Theke geht …

Übrigens bestreite ich nicht, daß die Futtermittelindustrie diesbezüglich für teures Geld intensiv forscht, sogar Lehrstühle finanziert. Allerdings meiner Meinung nicht ganz uneigennützig. Daß immer mehr verschiedene Inhaltsstoffe das Futter "nur" gesünder machen sollen, kann ich persönlich beim besten Willen nicht nachvollziehen . Das will und will mir einfach nicht logisch erscheinen. Diese neueren, immer umfangreicheren Zusammensetzungs-Aufstellungen von Katzenfutter werden mir manchmal richtiggehend unheimlich . Ob katze das wirklich alles haben muß ???

100% Barf halte ich übrigens für unüberlegt. Ein Tier könnte 'mal auf DoFu oder TroFu angewiesen sein, wenn's in einer Pension, einer Klinik bzw. als verlustig gegangener Freigänger im TH landen sollte. Und bei einem niedereren Prozentsatz an Barf relativiert sich das Risiko, sind ja oft genug Überschüsse an Zusätzen im industriellen DoFu drinne ...
 
Alt 11.06.2007, 21:34   #4
Anfänger
Standard AW: Ernährungsforschung bei der Katze

Zitat:
vielleicht wird dann auch bewusst das sich große Futtermittelhersteller nicht wie oft behauptet, auf das zusammenpanschen von Müll beschränken und einige Firmen auf über 50 Jahre Erfahrung und Forschung stützen.
Nunja, leider finde ich diese großartige Erfahrung in kaum einem Futter wieder, erst recht nicht bei den "Großen"
Whiskas gehört ja zur Waltham-Gruppe. Warum stellen sie dann mit ihrer achso tollen Firmenerfahrung ein Futter mit Zucker, Getreide, tierischen Nebenerzeugnissen, pflanzlichen Nebenerzeugnissen, bedenklichen Konservierungsstoffen,... her?

Noch besser sind ja die Diätfuttermittel:
Ein Futter für CNIchen mit Getreide und tierischen Nebenerzeugnissen, obwohl bekannt ist, das das schadet? Oder ein erhöhter Salzgehalt um dem Besitzer eine erhöhte Wasseraufnahme vorzugaukeln, obwohl ihnen bewusst sein muss, das Salz die bereits chronisch kranken Nieren nur weiter belastet?
Ein Futter für Diabetes-Katzen was vor Kohlenhydraten nur so strotzt Dabei kommen viele Diabetes-Katzen nach der Umstellung auf kohlenhydratfreies NORMALfutter wieder OHNE Insulin aus, obwohl sie das achso tolle Diätfutter nicht kriegen?
Trockenfutter für Katzen mit HArnwegserkrankungen, Blasensteinen und CNI, obwohl bekannt ist, das diese Erkrankungen durch chronischen Wassermangel gefördert werden?

Oder warum gibt es Trockenfuttermittelhersteller, wenn es wissentschaftliche Beweise für deren Schädlichkeit gibt?


Nein, zum Wohle der Tiere handeln die meisten Hersteller sicher nicht


LG Philipp


PS: Trotzdem werde ich mir demnächst deinen Link näher anschauen und pasagenweise lesen
 
Alt 11.06.2007, 21:36   #5
Anfänger
Standard AW: Ernährungsforschung bei der Katze

Oder warum setzen Firmen wie Almo bewusst die Gesundheit unserer Katzen aufs Spiel, indem sie ihr Nassfutter als Alleinfutter deklarieren, obwohl ihnen bewusst sein sollte, das es dafür NICHT geeignet ist?
DIe wissen doch angeblich alles so gut
 
Alt 11.06.2007, 21:59   #6
mortikater

 
Avatar von mortikater
Standard AW: Ernährungsforschung bei der Katze

Auch als Neuling in der Materie sehe ich aber, daß in vielen Futtern, für die angeblich jahrzehntelang geforscht wurde, zum Beispiel kein Taurin enthalten ist. In der Maus aber schon. Mir drängt sich logischerweise der Verdacht auf, daß an dem gespart wird, was gut für die Katze, aber teuer ist. Und das bezieht sich nicht nur auf Taurin, sondern auch auf andere teurere Inhaltstoffe wie z. B. hochwertiges Protein.

Unklare Deklarationen sorgen auch nicht für Vertrauen.

Beim Barfen weiß ich zumindest, was drin ist, weil ich es selber reingetan habe.

Ich selber strebe auch eine Mischung von 50 % Dosenfutter und 50 % Fleischfütterung an.

Ich würde der Futtermittelindustrie gerne vertrauen, kann es aber nicht, wenn jahrzehntelang behauptet wird, Nierendiätfutter sei das Optimale für eine CNI-Katze und Besitzer von kranken Tieren, die bereit sind, einen stolzen Preis für die Gesundheit ihrer Tiere zu zahlen, mit einem im Prinzip minderwertigen Futter abgezockt werden.

Trotzdem danke für den Link, ich werde auch versuchen, mich durchzuackern.
 
Alt 16.11.2007, 17:00   #7
Lillytiger1965
Standard AW: Ernährungsforschung bei der Katze

Zitat:
Zitat von admin Beitrag anzeigen
Entwicklung der Ernährungsforschung bei der Katze (bis 1975)
http://elib.tiho-hannover.de/dissert...wertf_ws03.pdf
"Entwicklung der Ernährungsforschung bei der Katze
(bis 1975)"

Sorry, aber ist da nicht ein wenig veraltet? Katzenfutter von 1975 - also von vor über 30 Jahren - steht nun einmal nicht mehr in den Regalen!

LG Lillytiger
 
Alt 16.11.2007, 17:05   #8
Katzenfan
Ehren-Mitglied

Standard AW: Ernährungsforschung bei der Katze

Zitat:
Zitat von Lillytiger1965 Beitrag anzeigen
Sorry, aber ist da nicht ein wenig veraltet? Katzenfutter von 1975 - also von vor über 30 Jahren - steht nun einmal nicht mehr in den Regalen!
Hallo Lillytiger, manchmal sind auch alte Texte aufschlussreich denn in erster Linie geht es ja nicht um den aktuellen Stand der Forschung bezüglich Bedarf sondern wie der Titel schon sagt - Entwicklung der Ernährungsforschung bei der Katze (bis 1975)

Als Hintergrundwissen sind zum Beispiel solche Aussagen nicht ganz uninteressant..

Klinische Beobachtungen einer zentralen retinalen Degeneration bei Katzen, die als Proteinquelle nur Casein erhalten hatten (SCOTT und GREAVES 1964), sind auslösender Faktor für die Taurinforschung bei der Katze. Taurin ist eine frei im Gewebe (Retina, Myocard) vorkommende Aminosäure, die von den meisten Säugetieren aus Methionen und Cystein synthetisiert werden kann (CASE et al. 1997, S.91). Die Fütterungsversuche von HAYES (1975) geben erste deutliche Hinweise, dass Taurin für die Katze essentiell ist.

oder...

Den Nachweis, dass für Jungkatzen die Aminosäuren Arginin, Histidin, Isoleucin, Leucine, Lysine, Methionine, Phenylalanine, Threonine Tryptophan und Valine essentiell sind, erbringen ROGERS und MORRIS erst 1979.
 
Alt 20.11.2007, 14:14   #9
Lillytiger1965
Standard AW: Ernährungsforschung bei der Katze

Zitat:
Zitat von admin Beitrag anzeigen
Hallo Lillytiger, manchmal sind auch alte Texte aufschlussreich denn in erster Linie geht es ja nicht um den aktuellen Stand der Forschung bezüglich Bedarf sondern wie der Titel schon sagt - Entwicklung der Ernährungsforschung bei der Katze (bis 1975)
Sicher ... aber genau diese veralten Dissertationen werden gern bewußt als Argumentationshilfen herangezogen, um die jetzigen Verbraucher zu irritieren. Da dieses über 30 Jahre alte Futter aber nun einmal nicht mehr in den Regalen anzutreffen ist, sollte man mit der ein oder anderen damals gemachten Behauptung viel kritischer umgehen.

Als Stichwort nenne ich da gern mal die Verlagerung der Häufigkeit von Struvit- auf Oxalatsteine. Vor 30 Jahren gab es so gut wie gar kein Oxalatvorkommen, das hat sich erst durch die Veränderung der Futterzusammensetzungen eingestellt.

Bis Ende 2006 war auch nicht bekannt, dass ein Mensch nicht mehr als 250 ml Milch trinken solle. Genauso wie sich irgendwann einmal herausgestellt hat, dass der Spinat gar kein so guter Eisenlieferant ist wie immer angenommen.

Wem es also ins Konzept paßt, der beruft sich natürlich gern auf veraltete Aussagen ... oder sogar Mythen, die irgendwann einmal in Umlauf gebracht wurden.

LG Lillytiger
 
Alt 06.03.2018, 12:09   #10
Icke II
Standard AW: Ernährungsforschung bei der Katze

Bin grad über dieses alte Thema gestolpert und bin ehrlich gesagt entsetzt, wie hier diskutiert wird, OHNE dass die Dissertation gelesen wurde.
Und die Interpretation der Thread Erstellers bzw. seine Zitate, die deutlich aus dem Zusammenhange gerissen sind, finde ich leider am Thema vorbei.

Ich habe die Dissertation komplett gelesen und die Quintessenz ist leider, dass die großen Futtermittelhersteller mit Hilfe von sehr unschönen (beschriebenen) Tierversuchen an Katzen, ihren Profit erhöhen wollen und sonst gar nix.
Die haben mit den Versuchen "womit kann man eine Katze gerade noch so ernähren, dass sie sich vermehrt" angefangen, weil die Futterkosten für Labortiere zu hoch sind!!!
Und das hat absolut nichts mit veralteten Informationen oder Futtern zu tun, die es heute so nicht mehr gibt.
Und - was noch schlimmer ist - die Futterzusammensetzungen haben nicht verbessert, sondern verschlechtert.
RC Trockenfutter enthielt noch vor ca. 7 Jahren in der Deklaration als erstes "Geflügelfleischmehl". Dann wurde es "Geflügelmehl" (und weniger Inhalt für den gleichen Preis) und jetzt ist es Proteinhydrolysat.

Worauf ich hinaus will? Ganz einfach: lessen, bevor man etwas als veraltet und nicht relevant abtut!!!
 
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