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Es tut weh

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Alt 14.12.2017, 15:32   #1
Ijan
Standard Es tut weh

Hallo liebe Gemeinschaft,
ich bin ganz neu hier und hoffe, vielleicht etwas wertvolles mitnehmen zu können. Zuerst erzähle ich mal meine Geschichte, damit man sich ein Bild machen kann:
Meine beiden flauschigen Mitbewohner sind nun 11 und 12 Jahre alt, reine Stubenkater mit (natürlich gesichertem) Balkon und einer menschlichen Streichelmaschine, die ihnen keinen Wunsch abschlagen kann.

Im Frühjahr bemerkte ich, dass mein 12jähriger Ikarus mehrmals klare Flüssigkeit erbricht und Gewicht verliert. Natürlich habe ich ihn sofort eingepackt und bin mit ihm zum Tierarzt. Der wiederrum hat Ikarus eine Aszites diagnostiziert. Durch alleiniges Abtasten des Bauchraums wohlgemerkt. Ich war schon völlig fertig, bin erstmal nach Hause, habe drei Stunden geheult und dann nochmal da angerufen, ob er wirklich sicher ist, dass es Wasser im Bauch ist. "Ja, bin ich."

Weil ich das
nicht so stehen lassen wollte, hab ich Ika wieder eingepackt und bin zu einem anderen Tierarzt gefahren. Zweite Meinung kann nie schaden und eine so schlimme Diagnose durch Abtasten kam mir irgendwie spanisch vor. Diese Tierärztin hat dann auch sofort diagnostische Verfahren angewandt, Blut abgenommen, Ika geröntgt. Auf dem Röntgenbild konnte man dann sehen, dass er absolut kein Wasser im Bauch hat (ja... Ich bin natürlich bei dieser Tierärztin geblieben). Bei einem Ultraschall wurde dann festgestellt, dass eine seiner Nieren nephrotisiert. Ergebnis: Chronische Nierenerkrankung.

Ika wurde eingestellt auf SUC. Ich habe mich totgelesen im Internet, habe einen Heulkrampf nach dem anderen durchlitten, habe mich schlau gemacht über die besten Nierendiäten, mir sämtliche Informationen über Kreatininwert und Phosphate angeeignet, alles, was man tun kann als Katzenbutler, habe ich getan. Da Ika sehr schlecht frisst und von sämtlichen Nierendiäten höchstens einzelne Bröckchen zu sich nimmt und ansonsten nur das Gelee ableckt, hat meine Tierärztin mir Ipakitine mitgegeben. Hiermit mampft er zwar etwas mehr als bei den Nierendiäten (die ich wirklich monatelang versucht habe, in ihn reinzubekommen - jetzt bekommt er Miamor feine Filets mit Ipakitine und Lachsöl für seine trockene Haut), aber sein Gewicht wird immer weniger.

Er hat mal gute und mal schlechte Tage. Schmerzen hat er keine, aber er ist furchtbar abgemagert. Ich muss ihm täglich mit einer Spritze Wasser ins Mäulchen geben, was er auch anstandslos über sich ergehen lässt, weil er sehr schnell dehydiert. Spielen möchte er noch, schmusen ebenfalls. Meckern, wenn ihm was nicht passt, tut er auch noch und er benimmt sich nicht apathisch oder krank. Aber er ist nur noch Haut und Knochen und es tut mir weh, meinen kleinen Herzenskater, meinen Schmusemann so zu sehen.

Im August habe ich meine Tierärztin zaghaft gefragt, wieviel Zeit uns noch gemeinsam bleiben wird. Sie schätzte ein halbes Jahr. Jetzt ist Dezember und meine Hoffnung, dass er eine von den Katzen sein kann, die mit ihrer CNI noch Jahre leben, stirbt von Tag zu Tag mehr.

Ich wünschte mir einfach so sehr etwas, womit ich ihm helfen kann. Etwas, damit er wieder mehr frisst, etwas an Gewicht zulegt. Etwas, das ich tun kann, damit es ihm gut geht. Es hilft ihm schließlich auch nicht, wenn ich hier sitze und er meine Traurigkeit spürt.

Gibt es vielleicht irgendwas, was ihr mir raten könnt? Ich bin für alles dankbar.
 
Alt 14.12.2017, 15:32
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Standard AW: Es tut weh

Ich kann dir den Ratgeber von Gerd empfehlen. Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem.
__________________
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Alt 14.12.2017, 16:41   #2
romulus

Standard AW: Es tut weh

Hallo und herlich willkommen!
Bitte stell doch mal seine Laborwerte hier ein (inclusive der Referenzwerte), zumindest die letzten, die gemacht wurden, damit man sich ein Bild von seinem Zustand machen kann.
Bekommt er außer Ipakitine noch irgend etwaas, z.B. SUC oder Semintra?
Ist sein Blutdruck gemessen worden, sein Urin untersucht?
 
Alt 14.12.2017, 17:07   #3
Ijan
Standard AW: Es tut weh

Hallo,
die Laborwerte habe ich gar nicht hier, die liegen bei meiner TÄ. Ich müsste mal genau nachfragen. Beim letzten mal (Anfang November) sagte sie, dass seine Kreatininwerte sich nur leicht erhöht haben seit August, aber es nicht katastrophal ist. Natürlich kann man sich anhand dessen nun auch kein Bild machen.

Einmal hatte er in der Zwischenzeit Verstopfung und musste einen kleinen Einlauf bekommen. Aber das haben wir seither gut im Griff.

SUC bekommt er, seit wir wissen, dass es eine CNI ist. Er bekommt zweimal die Woche je von allen Komponenten eine halbe Ampulle. Die gebe ich ihm mit einer Spritze ins Mäulchen. Die TÄ sagte, wenn sich sein Zustand verschlechtert, muss die Dosis neu angeglichen werden.

Ich kann auf jeden Fall mal anrufen und nach den Werten fragen. Ich nehme an, ich habe sie nicht mitbekommen, weil sie die Werte in ihrer Praxis ausliest und kein externes Labor hinzugezogen wird und ich daher keinen Brief mit Befund bekomme. Aber wenn ich genau frage, bekomme ich sie sicherlich.
 
Alt 14.12.2017, 17:15   #4
romulus

Standard AW: Es tut weh

Du solltest Dir die Werte schriftlich geben lassen, auch wenn sie im eigenen Labor gemacht wurden, sollten Referenzwerte dabei stehen. Solche Sachen sollte man sich schriftlich geben lassen, um immer wieder selbst vergleichen zu können. Nicht telefonisch!
 
Alt 14.12.2017, 20:03   #5
Tatjana462

 
Avatar von Tatjana462
Standard AW: Es tut weh

Hallo und "Herzlich Willkommen" hier im NKF, auch wenn Dich schwere Sorgen plagen.

Aber romulus hat recht, ohne Blutwerte können wir keinerlei Aussage machen über den Schweregrad der Erkrankung. Hol Dir doch einfach diese bei der TÄ ab, sie können sie kopieren. Dann stell sie bitte hier ein - wie gesagt, mit den Referenzwerten. Vielleicht stimmt ja auch etwas anderes dazu nicht?

Auf alle Fälle wünsche ich Euch einen Weihnachtsmonat ohne Zwischenfälle!
 
Alt 14.12.2017, 21:28   #6
Ijan
Standard AW: Es tut weh

Dankeschön. Es freut mich, dass ich Willkommen geheissen werde.
Ich werde mir die Unterlagen besorgen und dann die Werte posten. Ich muss unbedingt wissen, wie ich Ika helfen kann. Der kleine Mann ist ein Goldschatz und es macht mich fertig, so ohnmächtig zu sein.
 
Alt 14.12.2017, 23:05   #7
mortikater

 
Avatar von mortikater
Standard AW: Es tut weh

Hast Du nähere Zahlen über den Gewichtsverlust? Ausgangsgewicht und heute?

Ein gewisser Gewichtsverlust ist einfach nicht zu verhindern, aber so schnell dürfte es nicht gehen.

Es ist schlecht, dass er so wenig trinkt. Manche Katzen haben einen guten Instinkt und trinken viel mehr als früher, das hilft den Nieren. Vielleicht wäre Deine Katze eine, die von subkutanen Infusionen profitieren könnte - falls sie so nett ist und mitspielt. Man kann das gut zu Hause machen.

Aber wie alle anderen würde ich Dich bitten, Dir doch die Werte zu besorgen. Es macht einen Riesenunterschied, ob eine Katze einen Kreatininwert von 2.5 hat oder von 5.0.

Was auch wichtig wäre, wäre ein Urintest, um festzustellen, ob eine Proteinurie vorliegt. Die treibt die Progression voran. Da kann man aber mit einem Mittel wie Semintra gegensteuern.

Diese Schnelltests in der Praxis halte ich nicht für optimal. Sie können sehr nützlich sein, um mal eben schnell festzustellen, ob der Kreatinwert sich dramatisch verschlechtert hat, aber in der Regel sind es deutlich weniger Parameter als bei einem externen Labor und meistens sind sie auch noch teurer.
 
Alt 14.12.2017, 23:36   #8
Ijan
Standard AW: Es tut weh

Er war schon immer ein eher schlankerer kleiner Mann. Hat etwa 4-5 Kilo gewogen und ist jetzt bei etwa 2 Kilo. Es ist vom Sommer bis jetzt so geworden - ob das schnell ist, weiss ich gar nicht. Seine Flanken sind jedenfalls sehr eingefallen
Er trinkt schon des Öfteren, ich hab ihm mehrere Wassernäpfe quer in der Wohnung aufgestellt, auch auf erhöhten Plätzen - zusätzlich zum Trinkbrunnen. Er geht regelmäßig dran, aber er trinkt eben nicht genug um der Dehydrierung vorzubeugen.

Infusionen wird er, so wie ich ihn kenne, nie über sich ergehen lassen. Beim Tierarzt ist er immer sehr vorbildlich und lässt alles über sich ergehen, aber hier zuhause weiss er genau, was er nicht will. Es ist überhaupt schon ein Wunder, dass er sich das Wasser in den Mund eingeben lässt, aber er lässt es machen.

Auch Futter biete ich ihm an verschiedenen Orten an. Auch auf dem Kratzbaum. Nur ist es ihm wohl egal, wo es steht - er nimmt immer nur die selbe Menge auf. Leckerchen möchte er immer haben, gebe ich ihm aber nicht. Es ist sehr schade, dass es keine Leckerli für Nierenkatzen gibt, wo er die doch so gern mag.
 
Alt 15.12.2017, 09:34   #9
vilma

 
Avatar von vilma
Standard AW: Es tut weh

Natürlich kannst du ihm Leckerlis geben. Es gibt welche für Nierenpatienten, aber in Maßen darf er auch seine Lieblingssnacks haben. Was mag er denn besonders?

Du darfst nicht vergessen, es geht in erster Linie um Lebensqualität, nicht um Lebensverlängerung um jeden Preis. Wenn er nicht ausreichend frisst, hat er der Krankheit nichts entgegenzusetzen, deshalb gilt im Zweifelsfall, DASS er frisst, egal was!

Ansonsten achtest du weiter auf strikte Phosphatreduktion über sein "Hauptfutter". Suche ihm unbedingt ein Futter, das ihm gut schmeckt, und füge immer das Ipakitine hinzu. Wenn er damit nicht so gut klar kommt, kannst du auch einen anderen Phosphatbinder nehmen, schau mal hier:

http://www.felinecrf.info/phosphatbinder.htm#types
 
Alt 17.12.2017, 01:19   #10
Lady N
 
Avatar von Lady N
Standard AW: Es tut weh

Hallo und Willkommen, auch wenn es ein trauriger Anlass ist.
Ich gebe auch Leckerlies und zwar die die er am liebsten mag. Im Zweifel ist es wichtiger dass er frisst, hat meine TA gesagt. Was auch gut funktioniert: die Leckerlies mit dem nassen Finger befeuchten und dann in Phosphatbinder „tunken“. Auch wenn Tofu nicht optimal ist, frisst er sehr gern RC Select … und das regt auch den Appetit an. Funktioniert leider auch bei meiner gesunden Miez! J In zwischen bekommt er auch Semintra, was er sehr gut verträgt. Ich habe bisher aber das Glück, dass er konstant 3,8kg wiegt und keine Symptome hat. Ich drücke Euch die Daumen!
 
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