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Erfolgsaussichten bei Spondylose

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Alt 16.06.2017, 10:44   #1
Mortisha
Standard Erfolgsaussichten bei Spondylose

Hallo

Ich war bisher stille Leserin, wende mich nun aber auch mal in der Hoffnung auf Ratschläge an euch.

Mein Kater Shido (BKH, reine Wohnungsmiez, 13½ Jahre) macht mir in jüngster Zeit etwas Sorgen.

Alles fing Mitte Mai an, als ich auf dem Sofa kleine Pfützchen fand. Er war vorher nie unsauber und was mich besonders stutzen ließ war, dass er drin liegen blieb. Ich hatte natürlich altersbedingt sofort Inkontinenz im Kopf und bin zum Tierarzt, um ihn untersuchen zu lassen.
Er stellte beim Abtasten eine übervolle Blase fest, die er ihm dann ausmassiert hat (ca. 150ml). Untersuchungen des Urins ergaben weder Entzündungswerte noch den Verdacht auf Blasensteine oder Harngrieß - alles normal. Der TA sagte lediglich die Blase fühle sich schwach und "ausgeleiert" an. Es fehle an Spannung. Beim Ausdrücken selber sträubte Shido sich anfangs, würde dann aber mitmachen. Leider leerte sich die Blase nie ganz. Insgesamt war ich innerhalb von 1½ Wochen 5x beim Arzt und der Zustand stabilisierte sich. Das unkontrollierte Auslaufen hörte
auf.
Am Montag kam ich von der Arbeit und stellte wieder eine Pfütze an seinem Lieblingsliegeplatz fest. Bin dann sofort zum Arzt, die Blase war wieder genauso voll wie zum ersten Besuch. Der TA drückte sie aus und verwies mich zu einem Kollegen für einen Ultraschall, um abzuklären, ob irgendwas abgeklemmt ist und daher den Toilettengang behindert. Shido geht selber auf seine Toilette, setzt auch nach etwa 15 Sekunden Anfangsschwierigkeiten Urin ab, aber es verbleibt eben zu viel in der Blase.
Mittwoch war ich dann beim Arzt und der Ultraschall ergab lediglich zwei unterschiedlich große Nieren, sonst nichts Erkennbares. Es fiel zum ersten Mal der Begriff einer Überlaufblase. Die TA, die den Ultraschall durchführte wollte die schon wieder volle Blase leeren, aber Shido wehrte sich. Es gelang uns zu dritt nicht, sie wollte aber auch keinen Katheter legen. Zu Hause versuchte ich leichte Massagen und das animierte ihn dann auch zur Toilette zu gehen.
Gestern war ich dann wieder bei meinem TA. Auf Grund des ergebnislosen Ultraschalls wurde Shido geröntgt und da liegt der Hase jetzt im Pfeffer. Seine Wirbelsäule ist deformiert. Nach Aussage der beiden TA in der Praxis hätten sie das so noch nie gesehen. Sie zeigten mir in einem Buch eine normale Wirbelsäule mit klar erkennbaren Räumen zwischen den Wirbeln, bei Shido sah das alles sehr 'nebelig' aus. Operieren würde das wohl niemand mehr, weil es schon zu weit fortgeschritten ist. Man sagte mir, dass es wenig Behandlungsmöglichkeiten gibt, aber ich kann jetzt noch nicht aufgeben. Außer etwas Trägheit und dem Auslaufen geht es ihm gut. Er liegt oft auf meinem Schoß, schnurrt und ein aktiver Springer war er noch nie. Seit wir ihn mit 16 Wochen bekommen haben arbeitete er primär mit den Vorderpfoten, zog sich lieber an Hosenbeinen, Stühlen oder Kratzbäumen hoch statt aus den Hinterbeinen raus zu springen. Im Nachhinein ärgere ich mich über mich selber, dass ich damit nie bei einem TA war, allerdings war ich vor ihm auch unerfahren mit Katzen.

Das Wort Spondylose selber fiel gestern gar nicht. Eher "Verknöcherung der Wirbelsäule" was ja im Endeffekt das Selbe ist. Soweit könnte er damit sicher gut leben, allerdings scheinen Nerven betroffen zu sein, die für Urin- und Kotabsatz steuern. Mein TA hat ihm gestern Kortison direkt zwischen die Wirbel gespritzt, am Montag soll ich wiederkommen.
Ich mache mir jetzt einfach Gedanken wie ich ihn unterstützen kann. Heute morgen habe ich wieder Pfützen gefunden. Der TA meinte gestern dies könne durch das Kortison passieren und eine Wirkung würde schon so etwa zwei Tage auf sich warten lassen. Ist OK, ich habe an seinen Liegeplätzen Handtücher ausgelegt und mache ihn dann sauber. Ich würde ihm auch gerne die Blase selber etwas ausdrücken, damit sie nicht ständig so voll ist und ausleiert, aber das lässt er sich nicht gefallen.
Hat jemand das Gleiche durch und Ratschläge?

Sorry, wenn der Text etwas verwirrend ist. Strukturiertes Erzählen ist leider nicht meine Stärke.
Für alle Antworten schon mal vielen Dank im Voraus.
 
Alt 16.06.2017, 10:44   Anzeige
NinaP
 
Standard AW: Erfolgsaussichten bei Spondylose

Hallo Mortisha,

Hast du schon mal in Wie sag ich´s meiner Katze nachgelesen? Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem ;-).
__________________
Schäppchen für Fellnasen
 
Alt 16.06.2017, 11:39   #2
Öhrchen

 
Avatar von Öhrchen
Standard AW: Erfolgsaussichten bei Spondylose

Hallo,
da hat es Shido leider dumm erwischt mit der Spondylose

Bei meinem Kater liegt auch eine extrem verknöcherte Wirbelsäule vor, der TA äußerte sich ähnlich erschrocken, wie du es von deinem schilderst.
Krümel kann schon lange nicht mehr springen, und der Schwanz hängt seit neustem ziemlich nach unten. Zum großen Glück scheinen die Nerven für die Blasenentleerung aber nicht betroffen zu sein.
Krümel bekam zwei Jahre lang Metacam gegen Schmerzen, die er definitiv auch hat. Als er dann anfing, sich, vermutlich aufgrund von "Kribbeln", in die Füße zu beißen, wurde er auf Kortison umgestellt. Ich hätte ihm (der Kater ist 16) notfalls auch beides gegeben, obwohl man Kortison und Metacam nicht kombinieren soll, da extrem schädlich für die Niere. Schmerzfreiheit war mir wichtiger. Aber es geht auch mit dem Kortison allein, er bekommt alle zwei Tage 2,5mg.

Und das ist leider auch alles, was man machen kann - Schmerzen bekämpfen, und Schwellung vermindern. Ersteres mit Schmerzmittel wie Metacam oder Onsior, letzetres mit Kortison.
In deinem Fall würde ich die Hoffnung auf die abschwellende und entzündungshemmende Wirkung vom Kortison setzen, damit die Nervenversorgung für die Blase wieder frei wird.
Ich wünsche dir und Shido, daß das klappt, und er noch eine Weile beschwerdefrei bei dir bleiben kann.
 
Alt 16.06.2017, 12:03   #3
lux aeterna

 
Avatar von lux aeterna
Standard AW: Erfolgsaussichten bei Spondylose

Vielleicht meldet sich Julchen94 noch zu Wort, sie hat eine alte Sponylose-Kätzin, die inzwischen ganz gut klar kommt.

Ich kann nur noch einen Tipp zu den Pfützen geben: Statt Handtüchern sind Inkontinenz-Unterlagen besser.
 
Alt 16.06.2017, 12:40   #4
Mortisha
Standard AW: Erfolgsaussichten bei Spondylose

Danke erstmal für eure schnellen Antworten.

Die Handtücher tausche ich täglich aus. Gerade bei der Wärme soll ich laut TA besonders auf die Hygiene achten, damit nicht eventuell Fliegen Eier ablegen etc. Wegen den Inkontinenz-Unterlagen informiere ich mich aber dennoch. Ich habe ja die Hoffnung, dass sich die Nerven erholen denn gestern sah man auf dem Röntgenbild auch, dass der Darm wohl ebenfalls nicht mehr regelmäßig entleert wurde. Dafür/dagegen hat der TA nichts gemacht.
Ich werde weiter probieren die Blase durch Massagen und sanften Druck etwas zu stimulieren. In Videos/Anleitungen dazu wird das immer nur bei Katzen gemacht, die hinten gelähmt sind und da klappt das wunderbar. In meinem Fall wehrt er sich leider mit Leibeskräften.
Wegen dem Medikament spreche ich meinen TA am Montag an, wobei das ja 'nur' gegen Schmerzen ist und auf den Blasennerv keinen Einfluss hätte.

Natürlich muss ich mich auch mit dem Gedanken anfreunden, dass ich ihn vielleicht bald gehen lassen muss, würde aber wirklich lieber alles mögliche probieren. Es ist ein Spagat zu entscheiden was das beste für Shido ist und was ich will. Ihn aus Egoismus um jeden Preis bei mir behalten möchte ich nicht und er kann ja leider nicht selbst entscheiden oder sagen was er gerne hätte. Das ist gerade das, was mich am meisten belastet und auch sehr traurig macht.
Shido hat noch einen Katerfreund (Romeo, normale EKH), der ein ¾ Jahr älter ist aber quietschfidel. Auch um ihn mache ich mir etwas Sorgen, wie er das alles aufnehmen würde. Seit den Tierarzt-Besuchen ist das Verhältnis etwas angespannt, da Romeo immer aggressiv auf den TA-Geruch reagiert. Es ist alles nicht so einfach, tut aber gut sich das mal von der Seele zu schreiben. Freunde und Familie können einfach nicht diese ganzen Sorgen und Ängste nachvollziehen, da sie eben gar nicht wissen wie sehr ich meine Kater liebe.
 
Alt 16.06.2017, 12:50   #5
lux aeterna

 
Avatar von lux aeterna
Standard AW: Erfolgsaussichten bei Spondylose

Zitat:
Zitat von Mortisha Beitrag anzeigen
Die Handtücher tausche ich täglich aus. Gerade bei der Wärme soll ich laut TA besonders auf die Hygiene achten, damit nicht eventuell Fliegen Eier ablegen etc. Wegen den Inkontinenz-Unterlagen informiere ich mich aber dennoch.
Es sind Wegwerf-Unterlagen, die kosten nicht so viel. Sie saugen Urin effizienter auf als Handtücher, das ist für alle Beteiligten angenehmer.

Zitat:
Zitat von Mortisha Beitrag anzeigen
Natürlich muss ich mich auch mit dem Gedanken anfreunden, dass ich ihn vielleicht bald gehen lassen muss, würde aber wirklich lieber alles mögliche probieren. Es ist ein Spagat zu entscheiden was das beste für Shido ist und was ich will. Ihn aus Egoismus um jeden Preis bei mir behalten möchte ich nicht und er kann ja leider nicht selbst entscheiden oder sagen was er gerne hätte. Das ist gerade das, was mich am meisten belastet und auch sehr traurig macht.
Du wirst, wenn Du ihn gut & lange kennst, und Dich mit dem Gedanken des Abschieds rational auseinandersetzen kannst, sicher erkennen wollen und auch können, wann es so weit ist.

Zitat:
Zitat von Mortisha Beitrag anzeigen
Shido hat noch einen Katerfreund (Romeo, normale EKH), der ein ¾ Jahr älter ist aber quietschfidel. Auch um ihn mache ich mir etwas Sorgen, wie er das alles aufnehmen würde. Seit den Tierarzt-Besuchen ist das Verhältnis etwas angespannt, da Romeo immer aggressiv auf den TA-Geruch reagiert.
Das ist leider normal...manche Tiere gehen sehr liebevoll und sozial mit ihren kranken Gefährten um, andere neigen zu Abwehr oder sogar Mobbing (nicht anders als Menschen auch ). Am besten ist es, wenn Du so viel "Normalität" & Ruhe ausstrahlst wie möglich. Evt. zusätzlich Feliway einsetzen.

Zitat:
Zitat von Mortisha Beitrag anzeigen
Es ist alles nicht so einfach, tut aber gut sich das mal von der Seele zu schreiben. Freunde und Familie können einfach nicht diese ganzen Sorgen und Ängste nachvollziehen, da sie eben gar nicht wissen wie sehr ich meine Kater liebe.
Wir Katzennarren hier verstehen das nur zu gut.
 
Alt 16.06.2017, 13:14   #6
Mortisha
Standard AW: Erfolgsaussichten bei Spondylose

Zitat:
Zitat von lux aeterna Beitrag anzeigen
Es sind Wegwerf-Unterlagen, die kosten nicht so viel. Sie saugen Urin effizienter auf als Handtücher, das ist für alle Beteiligten angenehmer.

Kaufst Du die ganz normal in der Apotheke? Dann würde ich da nach Feierabend gleich welche besorgen.
 
Alt 16.06.2017, 13:18   #7
Öhrchen

 
Avatar von Öhrchen
Standard AW: Erfolgsaussichten bei Spondylose

Hi,
die Unterlagen gibt es auch als Wickelunterlage in der Drogerie.
 
Alt 16.06.2017, 14:02   #8
Julchen94
Moderator(in)

 
Avatar von Julchen94
Standard AW: Erfolgsaussichten bei Spondylose

8Bin schon da.

Ich habe vor Jahren eine Katze mit Spondylose aus dem Tierheim übernommen. Die Röntgenbilder waren nicht schön. Sie stand unter Cortison und Metacam. Da ich HP bin habe ich zeitgleich angefangen, sie mit Wobenzym, Traumeel und discus comp ad us vet zu behandeln. Dann habe ich das Cortison und Metacam langsam ausgeschlichen (Cortison darf man nicht einfach absetzen) und abgewartet. Sie konnte unter der Medikation einwandfrei laufen.
Das habe ich ca. 6 Monate so durchgezogen.

Ming ist jetzt 4 Jahre bei mir, ist 17 Jahre alt und bekommt nichts mehr. Sie ist seit 3.5 Jahren beschwerdefrei.

Ich würde auch statt Handtüchet Inkontinenzunterlagen nehmen. Kaufe die immer recht günstig im Internet.
 
Alt 16.06.2017, 14:41   #9
Mortisha
Standard AW: Erfolgsaussichten bei Spondylose

In der Apotheke musste ich sie bestellen. Kann ich 17 Uhr abholen.

Zu Hause dann der Schreck. Shido ist völlig lethargisch. Das Verhalten erinnert mich an Katzen nach einer OP, wenn der Kopf schon will, der Körper aber noch wackelig ist. Gefressen hat er wenig, auf Zuruf, das Knistern der Leckerli-Verpackung oder das Geräusch seiner Bürste reagiert er nicht. Auf dem Stuhl hat er Schwierigkeiten zu sitzen und selbst im Liegen fällt das Kopf hoch halten schwer. Sein Atem beim Schnurren klingt komisch. Irgendwie rasselnd.
Sonst war seine Lieblingsstelle Immer auf meinem Arm. Seine Vorderpfötchen und der Kopf auf meiner Schulter, meine Hand hielt seinen Hintern fest. Genauso, wie man ein Baby halten würde. Und genau das ist er auch. Aber selbst da sackt sein Körper immer zusammen.

Habe sofort beim TA angerufen. Um 3 kann ich vorbeikommen (Sprechstunde ist eigentlich schon vorbei).
Aktuell kann ich nur noch weinen. Ich bin noch nicht so weit.
 
Alt 16.06.2017, 14:59   #10
lux aeterna

 
Avatar von lux aeterna
Standard AW: Erfolgsaussichten bei Spondylose

Ohje...ich wünsche Euch alles Gute! Versuch im Sinne von Shido zu entscheiden. Für uns ist es nie Zeit, wenn wir mitten im Leben stehen. Aber wir sind im Falle eines schwerkranken Tiers zweitrangig - sein Takt ist es, der jetzt zählt.

Wir hier denken an Dich!
 
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